Der Künstler und das Übernatürliche

Die letzte Nacht gehörte den Geistern und Gespenstern und natürlich hat sich auch unser Künstler bereits früh mit dem Supernaturalen beschäftigt. Das heute vorzustellende Bildnis zeigt den Vater – deutlich an der Brille zu erkennen -, wie der sich gerade vor einem Gespenst fürchtet.

Bei dem Gespenst handelt es sich offenbar um ein sogenanntes Betttuchgespenst, es ist also weder eine weiße Dame noch ein kopfloser Ritter. Völlig unklar ist der tiefere Sinn des Kunstwerkes: Möchte der frühreife Künstler etwa darauf hinweisen, dass sogar der Vater sich vor einem Geist zu fürchten hat? Zumindest gilt als gesichert tradiert, dass er seinen Vater keineswegs als einen Feigling ansah.

Wie dem auch sei, wir kennen die echte hinter dem Bild steckende Intention nicht und werden sie wohl nie erfahren.

10 Gedanken zu “Der Künstler und das Übernatürliche

  1. Ich glaub, das Brillen-Männchen hat einfach Hunger und kanns noch gar nicht glauben, was für einen dicken fetten Kartoffel es da ausgebuddelt hat. (hübsche Schuhe übrigens!)

    lg
    albert
    (der DocTotte Szene 01 im Blog-Hörbuch-Experiment reserviert hat)

  2. Offenbar dient dieses Bild als Analogie (hihi, anal-ogie…) zum Mikrokosmos der Familie in einer feindlichen Unwelt, was auch das amöbenhafte Aussehen des Gespenstes erklären würde. Die Implikation funktioniert implizit ambivalent, der Künstler wird jedoch wohl aufgrund seiner banal profanen Dezidiertheit formabhängig eher unverstanden bleiben, was der prokrastinierten Illumination seelischer Abgründe mithilfe transzendenter Defiguration seines großen Genies keinerlei Abbruch tut.

    1. …ich bin geplättet… wie naiv und ungebildet ich doch bin. Sah ich doch in dem amöbenhaften Gespenst eine fette, dicke Banane. Und in dem Schuhmenschen nebenan nur einen erschrockenen Vater, der Angst hat mittels Augen von der Banane gefressen zu werden… Ich muß noch viel lernen…

        1. Genau! Ähm… hast Du gesagt, daß das Bild vollkommener Stuss ist? Aha. Ja. Wenn Du das so siehst… Eigentlich find ich das Bild schön. Diese Klumpfüsse, dieser erschrockene Gesichtsausdruck, dieses Banenengespenst, dieses Nichts und Angst und Welt und Sein und Nichtsein…

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