Und da sage mir noch mal einer …

… der Kapitalismus sei das einzige System, das funktioniert:

Fed-Chef Ben Bernanke hat vor dem Bankenausschuss des Kongresses erstmals von einer drohenden Systemkrise des nationalen Finanzmarktes gesprochen. Fast zur gleichen Zeit redete am gleichen Ort mit Thomas Jenkins ein hochkarätiger Manager der US-„Finanzindustrie“ Klartext: Aus dem gegenwärtigen Desaster gäbe es nur einen Ausweg – neue Spekulationsblasen. Ohne einen solchen Schritt komme der Finanzsektor nicht aus dem Schlamassel, allein mit „gesunden Investitionen“ könne die US-Ökonomie nicht überleben. Es gelte, so schnell wie möglich neue Spekulationsobjekte zu (er)finden und dem Publikum schmackhaft zu machen, damit die Finanzindustrie jetzige und künftige Verluste ausgleichen könne.

Michael R. Krätke im Freitag 30.

Sagt mal, sind die eigentlich wirklich alle so bescheuert?

24 Gedanken zu “Und da sage mir noch mal einer …

          1. Ja, bis in drei Jahren. Das Problem ist nur, das die Diskrepanz zwischen den Blasen und den echten Werten von Blase zu Blase immer größer wird.

      1. Der Kapitalismus ohne Konkurrenz neigt zum Exzess. Die Folgen der Exzesse sind Krisen. Wenn offenbar wird, was hinter der Glanzfassade passiert, schwindet das Vertrauen der Bürger.

        (Dirk Kurbjuweit)

        1. Ich finde besonders tragisch, dass für den Sehenden das Problem schon sichtbar war, bevor die Konkurrenz abgeschmiert ist. Aber damals war noch für viele Leute zu viel Kleister auf der Fassade.

  1. Im Spiegel redete kürzlich auch so ein Finanzinvestor (Name leider entfallen) davon, dass man jetzt anfangen müsse den Finanzmarkt besser zu kontrollieren, sonst fresse sich der Kapitalismus selbst auf. Natürlich hat der Kumpel schon ausgesorgt. Er hat jetzt nur noch Angst darum, dass ihm der aufgebrachte Rest seinen goldenen Stuhl unter dem Arsch wegschießt.

  2. Nun, da ich das Blogabitur bei Dir erwerben durfte, habe ich mich getraut, auch mal bei Unis nachzusehen und einen summarischen Gesamtüberblick über Konjunkturtheorien aufgerufen:

    Klicke, um auf kwt2folien1.pdf zuzugreifen

    Erstaunlicherweise weiß das Internet wenig über die Krise als notwendige konjunkturelle Folge stetiger Wachstumsideologie. Das mag an der ideologiegebundenen Ausprägung der meisten Internetpublikationen liegen. Aber der gesunde Menschenverstand hilft hier auch weiter (ohne auf die vielfältige Literaturhardware zu verweisen): Wer zuviel frißt, der muss auch mal kotzen.

    1. Leider hinkt – wie meist bei solch schönen Bildern – auch die Vorstellung des kotzenden Vielfraßes. Denn das Geld wird zwar nicht vernichtet, aber es wird eben auch nicht wieder ausgekotzt, sondern hochkonzentriert an bestimmten Orten ausgeschieden.

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