Hallodrio auf dem Petersplatz

Mazeltov, meine Lieben,

ich habe eine Frage an die hier versammelten Sprachprofis. Neulich bin ich im Duden-Band 9 auf den Hinweis gestoßen, dass das Verb „bersten“ im Imperativ selten gebraucht würde. Das glaube ich gerne, mir fällt nämlich sogar kein einziges sinnvolles Beispiel ein. Natürlich, den Witz mit dem platzenden Hund kennt jeder, aber bei welcher Gelegenheit sagt man „Los, birst!“? Gilt diese Aufforderung etwa dem sich überhitzenden Schnellkochtopf in der Hoffung auf eine lohnende Versicherungssumme für die Renovierung der Küche? Oder ist es ein geheimer Wunsch an den zu packenden Koffer, wenn die Schwiegermutter besucht werden soll, auf dass sich der Reisebeginn etwas verzögere? Oder befiehlt man es dem Knopf, wenn man eine zu enge Hose trägt und gerade ein opulentes 12-Gang-Menü hinter sich gebracht hat? Was denkt Ihr, bei welcher Gelegenheit man „Birst!“ ruft?

Nun denn, gut Wum!

PS: Gerade lese ich noch, dass die Umlautung „börste“ für den Konjunktiv II veraltet ist. Warum wohl …

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24 Gedanken zu “Hallodrio auf dem Petersplatz

  1. Das kann ich dir ganz genau sagen, denn ich stand diesen Winter wohl an die 10x vor der hässlicen Regentonne, welche die lieben Schwiegereltern hier angeschlappt haben. Ich hatte extra das Wasser in dem scheußlichen Teil gelassen und gehofft, daß die Kraft des gefrierenden Eises sie zum Bersten bringen wird. Hat nicht geklappt, das Teil ist so billig, daß der Kunststoff sich in alle Richtungen bog aber absolut nicht bersten wollte.

    Milchschnitte?

  2. Ich bin zwar kein Sprachprofi, liebe aber Wörter. Auch hässliche. Und einen Hund habe ich auch. Der ist noch in der Ausbildungsphase – sag(t) mir was er auf den Befehl BIRST! machen soll und ich bringe es ihm bei. Damit ein nicht vermisstes, hässliches Wort seinen Platz unter der Wortmenschheit findet.

    sitz kann er schon. platz auch. ablegen ebenfalls. und hopp!

      1. Hmmm…. ich denke, er sollte wie tot umfallen, wenn er dieses Wort hört… BIRST! *hund umfallt*… wenn alles klappt sitzt es bis zum Mühlentermin… :))

        1. Könnte man vielleicht als Namen für das Tier nehmen: „BIRST! BEI FUSS!“ :))

          zeitung ist übrigens angekommen, aber gestern überstunden, heute vertragsunterzeichnung (!) und plauderstunde, bevor der letzte tag zu ende ging; daher hatte ich noch keine zeit näher reinzugucken

          1. Da hört er sowieso schon drauf – ich habe schon zu oft ausprobiert was er denn tut wenn ich das Wort rufe… 😉

            kein problem – hauptsache angekommen… VERTRAGSUNTERZEICHNUNG! *aufdiekniefall* es geschehen noch zeichen und wunder… und das vor ostern…

  3. inlimbos suchmaschinchen… B)

    Die Dämonen der Stadt (1911)

    Autor: Georg Heym

    achte strophe:

    „Der Städte Schultern knacken. Und es **birst**
    Ein Dach, daraus ein rotes Feuer schwemmt.
    Breitbeinig sitzen sie auf seinem First
    Und schrein wie Katzen auf zum Firmament“

    marion zimmer bradley: „das schwert der amazone“

    „Weißes Feuer **birst** in meinem Kopf, ein Schlag, ein Schrei, ich ringe um Atem, sterbe, ein nacktes Tier, das sich gegen die Hände wehrt, die meine Schenkel auseinanderdrücken-
    Dann schon lieber sterben.“

    jedoch, hömm, nix is mit imperativ! es ist zum bersten! und bei den vielen beugungen im deutschen, sag ich gern: birst endlich, du wirres sprachgebläse!:

    bersten, birst, berstet, barst, geborsten, bärste…

    ich verwende diesen imperativ im übrigen ausschliesslich, um freunde des finanzmarktes an der pforte zu ent-grüssen:

    i: ja hallo?

    v: hier ist herr kaiser, ich bin vertreter..!

    i: und?

    v: können sie mal öffnen?

    i (öffnet die haustür)

    v: hier ist herr kaiser, ich bin vertr….!

    i: birst!

    v: *blubb*

    i: (sieht dem staub hinterher und schliesst die tür) :>

      1. also in der mentalen vorbereitung schon… jedoch wie so oft bei solch immenser psychischer vorbereitung, jedoch *um die ecke zum türgong blinzel* der fall will nun einfach nicht eintreten 🙄

          1. upps! stimmt, wachsamer doc! DAS habe ich nicht bedacht… nun muss ich mir also einen plan ersinnen, in welchem der berg zum propheten geht… 🙄

      1. durchaus möglich, lieber emmes, denn „explodieren“ heisst im französischen tatsächlich auch „bersten éclater“ 🙂

        wissen de meint: Deutsch-Französisch

        explodieren [ɛksploˈdiːrən] (pas de -ge-, h) exploser, faire explosion; bersten éclater

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