Ich küsse das Brustbein, Mylord

Dadurch, dass man einen Menschen abstößt, bessert man ihn nicht.

Fjodor M. Dostojewskij

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57 Gedanken zu “Ich küsse das Brustbein, Mylord

    1. Es gibt unterschiedliche Übersetzungen, u. a. wird auch zurückstoßen vorgeschlagen.
      Um Deinen Gedanken fortzusetzen: Manchmal ist es also unvermeidlich, einen anderen Menschen schlechter zu machen?

          1. Ja, aber dazu muss ich ja zunächst an mich denken, sonst merke ich nicht, ob und wann es mich kaputt macht.
            Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr habe ich übrigens den Eindruck, hier seit Jahren sehr häufig falsch zu handeln: Ich fürchte, ausgerechnet bei den Menschen an mich zu denken, die es wert wären, dass ich sie nicht zurückweise. Gleichzeitig lasse ich genau die Menschen an mich heran, bei denen ich mehr an mich denken müsste. Hm …

          2. auch hier könnte man entgegnen, dass ich, vorausgesetzt ich trage Verantwortung für andere Menschen (z.B. Kinder), ich zuerst an diese denke, und um für diese „da sein“ zu können…muss ich darauf achten, dass es mir „gut“ geht….

            Hmmm…ich denke, es ist manchmal schwer zu erkennen, wer einem gut tut, und wer nicht…und oft kommt es vor, dass Menschen die einem nicht gut tun…trotzdem etwas an sich haben, das sie liebenswert, oder beachtenswert macht….und darum tut man sich auch so schwer mit dem Lösen von ihnen….

          3. Ein Möbiusband: Damit Du darauf achten kannst, dass es zunächst Dir gut geht, musst Du zuerst an Dich denken. (Und ich spreche da aus Erfahrung, wie es ist, wenn ein Elternteil NICHT zuerst an sich denkt.)

            … und tritt umgekehrt den Menschen vors Schienbein, die es nicht verdient haben. Bleibt die Frage, wie erkennt man am besten, wer einem guttut?

          4. natürlich hast du recht, aber das wirkt auf mich immer so egoistisch..und auch wenn ich weiß, dass wir alle von Grund auf Egoisten sind…so mag ich mir das nicht immer eingestehen….

            Am besten du hörst auf wirklich gute Freunde…wenn du solche hast…bleibt die Frage…will man immer gleich wissen, was einem gut tut?…bzw. woran erkennt man echt gute Freunde…das ist auch so ein Zwiespalt…

          5. Die besten Freunde sind die Freunde, die nicht weglaufen, wenn es Dir mies geht, und die Dich auch an sich lassen, wenn es ihnen selbst mies geht und Du helfen möchtest.
            Ob die aber auch immer erkennen können, was gut für einen ist oder nicht …? Da bin ich mir im Einzelfall nicht so sicher.
            Ich möchte ergänzen, dass man nicht mit allen guten Freunden über alles sprechen kann. Das hängt mit deren Lebenserfahrungen zusammen, aber auch mit gesellschaftlichen Geflechten, denen man manchmal ein Korsett verdankt, aus dem man nicht herauskann.

          6. Ja das ist richtig. Mal abgesehen von den Freunden, die in schlechten Zeiten bei dir bleiben um sich an deinem weniger erfreulichen Dasein aufzupolieren.

            Eine für mich ebenfalls sehr wichtige Eigenschaft bei einem Freund ist Aufrichtigkeit. Damit meine ich eben, dass ich ihm auch sagen kann, wenns mal nicht passt. Man will nicht immer die gleichen Menschen um sich haben, oder kann manchmal eben nicht mit der Stimmung des Gegenüber umgehen, dann will ich ihm das auch sagen können oder dürfen, ohne dass er mir das übel nimmt und natürlich auch umgekehrt.

            Natürlich kann man nicht mit jedem über alles sprechen. Und wie du auch sagst, sagt das nichts über die Qualität des Freundes aus. Ich selbst hatte immer Freunde in den verschiedensten Interessensgebieten und Schichten (scheiße klingt das jetzt überheblich, das ist nicht so gemeint, denn einige meiner Freunde sind bei weitem meinem Intellekt und meinem EQ überlegen…und ich bin stolz, sie als Freunde bezeichnen zu dürfen!!)…

          7. Gut, das gibt es auch, dass man nicht jeden Freund immer um sich haben kann. Aber ich schätze in diesem Zusammenhang besonders die Freunde, mit denen man nach längerer Zeit auch wieder genau da weitermachen kann, wo man sich zeitweilig getrennt hat.

            ich finde übrigens nicht, dass es überheblich klingt. es ist doch einfach so, dass man nicht mit jedem alles teilt. umso höher sollten sich diejenigen freunde einschätzen, mit denen man viel teilt.

          8. Oh ja..das ist selten….aber unglaublich bereichernd…wenngleich es dann auch oft passiert, dass man nach Jahren erkennt, dasss man nur noch die Vergangenheit gemeinsam hat, und auch über nichts anderes mehr reden kann…aber diese Personen würde ich dann wahrscheinlich auch eher Bekannte, als Freunde nennen….

            vielen Dank für dein Verständnis….im wahrsten Sinne des Wortes…

          9. Das hab ich aber auch schon umgekehrt erlebt, dass man durch die Pause gerade die Vergangenheit überwindet und einen neuen Level erreicht. Aber zugegeben, das scheint wirklich selten zu sein.

          10. Blöd, wirklich. Dann kannst du es nicht ändern, ich denke nämlich man hat es, oder eben nicht, das Bauchgefühl.
            Oder dein Verstand mischt sich da zuviel ein. Das könnte ich mir bei dir gut vorstellen.

          11. Nein, bei dem, was ich meine, mischt sich der Verstand garantiert nicht ein, sondern ich handle nach Bauchgefühl und das liegt dann manchmal daneben, weil es spinnt. In den Fällen sollte ich lieber mit dem Verstand an die Sache gehen. Leider weiß ich vorher nie, ob es SO ein Fall ist. :>

          12. Mit diesem Eindruck bist du keineswegs alleine! Das ist kein Thema über das man mal so losplaudert, aber wird es einmal angesprochen werden dir sehr viele erzählen daß es ihnen ähnlich geht :yes:

          1. Gut, mag sein, dass er immer „abstoßender“ wird, aber was interessiert dich ein Mensch, der dir nicht guttut? Ich persönlich mache mir da keine Gedanken mehr drüber, das habe ich abgelegt.

          2. Habe ich nie bestritten. Ich habe mehr als eimal NICHT auf mein Bauchgefühl gehört und bin immer auf die Schnauze gefallen. Jetzt NICHT mehr, NIE mehr.

          3. Das kann gut sein, wir sind ja alle nur Menschen. 😉
            Mit „nie mehr“ meinte ich nicht, dass mein Bauchgefphl sich nicht manchmal auch täuscht, sondern, dass ich es nie mehr nicht beachte. Macht dieser Satz Sinn? Weiß nicht, hab verpennt.

        1. Ist so, ich kann mit guten neu rausgekramten Zitaten wieder locker eine geraume Zeit füllen. Das kommt mir sehr entgegen, weil ich momentan keine rechte Zeit für eigene Texte finde.

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