Hiermit sichern Sie zu, dass Sie Alleineigentum sind

Solange der Mensch noch unfertig, i. e. Kind, ist, ist er nur bedingt logischer Einsichtnahme fähig. Dafür gibt es die so simple wie wirkungsvolle Lösung: Hinweise von denjenigen anzunehmen, die sich bereits mehr Zeit auf dem Erdenball um die Ohren gehauen haben.

Dank diesem Erkenntnisübertrag lehrte mich meine Oma, der ich als 4-Jähriger so manches Ohr abgekaut haben muss, dass man bei öffentlichen Verkehrsmitteln erst diejenigen aussteigen lassen sollte, die RAUS wollen, bevor man selbst REIN kann. Das RAUSkommen der einen wird maßgeblich beschleunigt, indem die, die REIN wollen, den RAUSkommenden Platz machen.

Ich weiß nicht, was mit der Welt im Detail in den letzten 30 Jahren alles passiert ist (einen Gutteil der Zeit hab ich immerhin in eremitenhafter Abgeschiedenheit verbracht), aber diese einfache Erkenntnis des RAUSgehens VOR dem REINgehen scheint in diesem Kulturkreis verlorengegangen zu sein.

Nein, im Gegenteil stapelt das Morgen- und Abendvieh sich traubenweise genau VOR den Ausgängen der Massenverkehrsmittel, gleichwie um gegen die Reibungslosgkeit des bekanntermaßen perfekt am Schnürchen laufenden Kapitalismus täglich ein Sandkörnchen ins Getriebe werfen zu wollen.

Das prangere ich an!

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63 Gedanken zu “Hiermit sichern Sie zu, dass Sie Alleineigentum sind

  1. Ich prangere mit! Das kenne ich von meiner „Frankfurter Zeit“ und um bei meinen Aggressionen zu bleiben: die Menschen mach(t)en mich stinksauer, wenn sie wie doof den anderen grundsätzlich im Weg stehen. OCHLOKINETIK! Wieder was gelernt… 😉

  2. Ich prangere ebenfalls mit! Hilft aber nichts, da kannst du dir die Finger wundschreiben und ich mir den Mund fusseligreden. Irgendwie ist das arbeitende Volk auf „Ich-will-zur-Arbeit-ich-MUSS-da-rein“ konditioniert. Okay der „Rest“ will halt rein… 😉

    Ein U-Bahnfahrer hat letzt Woche einen feinen Spruch gebracht: „Halten Sie die Türen ruhig weiter auf, ich bin schon bei der Arbeit.“

  3. Die wolen eben alle „Einer von Vielen“ sein und auch noch „mittendrin“!!!
    Wenn sie erst welche rauslassen, sind sie vielleicht noch „mittendrin“ aber nur noch „Einer von weniger als möglich“.

    Da musst Du doch Verständnis für haben! :))
    Und komm jetzt nicht mit so abgedroschenen Floskeln wie: „Weniger ist mehr“! :>

    Ausserdem: Warum soll es Bahnfahrern besser gehen als Autofahrern, die Tag täglich mit der „Wir lassen keinen rein“-Mentalität konfrontiert an Ausfahrten, Reiverschlußeinordnungsengpässen und anderen Schikanen des Starßenverkehrs abwarten müssen, bis keiner mehr kommt.

    (Hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Vorgehensweise auch noch nie verstanden habe)

          1. Doch doch. Gesticktes kann man ja auch ertasten und ich wäre sogar bereit, dir ein Bildchen auf die Bauchdecke … oder so ähnlich … :>>

  4. Ja ja, erst reinquetschen, und sobald sie drin sind stehenbleiben (entweder um einen Sitzplatz auszuerkiesen, oder um schnell ne SMS zu tippen, oder im Falle von Weibsvolk anzufangen sich in die Untiefen der Handtasche vorzukramen, womöglich alles gleichzeitig…)

  5. das ist superätzend. und weißt du, mir musste das niemand beibringen. hat auch niemand getan. ich weiß das einfach so, weil es eben logisch ist. und wenn man mal schaut, wie viele älter leute und eben nicht nur jugendliche diese einfach verhaltensregel nicht zu kennen scheinen…arm.

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