ISM 2011

Wer wüsste es besser als ich, dass die Menschheit schlecht ist! Kein Kind glaubt heute noch an Märchen, es sei denn, Politiker erzählen eins.

Außerdem, das lehrt schon Clockwork Orange, verprügeln bösartige Jugendgangs Penner.

Da ist es nur folgerichtig, wenn Kinder von ihren Eltern in den Kühlschrank gepackt und aufgegessen werden.

Das Dumme ist nur: Sind die Eltern erst mal auf den Geschmack gebracht, essen sie auch ihre Kollegen und was dazu gehört.

Ausschlaggebend für die folgenden Ereignisse war jedoch vor allem die Tatsache, dass meine Miele kaputtgegangen war. Die herbeigerufene Mechanikerin erwies sich leider als totale Trottolina.

Ich brauchte daher eine Notlösung, um meine Wäsche waschen zu können. Natürlich wusste ich, dass in der internationalen Raumfahrt stets für saubere Wäsche gesorgt wird, also beschloss ich, diesen elenden Planeten zu verlassen und zur internationalen Raumstation ISM zu fliegen. Schnell und online buchte ich den Flug bei der CHOCONASA und zack! musste ich schon packen.

Was nimmt man da mit? Im All, das ist bekannt, hat man dauernd kalte Füße. Also brauchte ich dringend meine schicken Tweetysocken.

Dann ging es zum Raketenstart. Und auch bei der größten Rakete heißt es natürlich: Scientific Progress goes Blink!

Der Fluch meines Magens: Ich bekam langsam Hunger. Zu meinem Glück und für eine ausgewogene Ernährung war gesundes Astronautenfutter an Bord.

Da die CHOCONASA wusste, dass ich auf scharfes Essen stehe und auf Schokolade, packte sie noch etwas scharfe Schokolade ein – extra für mich.

Für das Wohlergehen der Leber musste ich dagegen selbst sorgen. Mit echtem Feuersteinwasser.

Blöderweise verflog sich die Rakete ein bisschen. Ich bleibe eben ein Glückskind wie Donald Duck. So landete ich auf einem namenlosen Planeten mit seltsamen Pflanzen.

Ich wusste zwar aus früheren Studien, dass Kakao auf Bäumen wächst, aber diese Spezies war mir neu. Ich feixte vor Glück.

Bald hörte ich seltsame Geräusche, ich fürchtete, es könnte sich um Aliens handeln – und richtig! Schon sollte ich sie gewahr werden!

Da ich etwas größer war, entdeckten sie mich sofort. Sie riefen mich in einer mir unverständlichen Sprache an. Ihr bösartig grinsender Anführer schrie immer wieder: LAKU PEIKKO! LAKU PEIKKO!

Vor Schreck erfuhr ich einen Rückfall in die böse Erkrankung, an der ich seit meiner Afrikaexpedition leide: Ich bekam wieder Donuts am Stiel.

Schließlich fingen mich die Außerirdischen ein und brachten mich zu ihrem Anführer.

Er nannte sich Kremator und betrieb das größte Krematoriumnetz auf dem Planeten.

Der Kremator sprach zu meiner Überraschung ein akzentfreies Deutsch. Er kramte eine runde Scheibe raus, drehte sie in Schwung und fragte mich, was ich sehe. Auf diese Weise, so meinte er, könne er meine Lieblingsschokolade herausfinden.

Ich muss wohl etwas wie „Schwein“ gesagt haben, denn mir wurde ein 1-A-Spanferkel serviert, dessen glücklicher Blick mich vor Entzückung frohlocken ließ.

Nun musste ich aber den Preis zahlen. Der Kremator legte mir ein Rätsel vor, das in der auf seinem Planeten verbreiteten Fernsehzeitschrift der letzte Schrei war. Es war ein Bild mit der Überschrift „Finde den Fehler”.

Ich wurde nervös, bekam Panik ob der intellektuell hochhaushohen Aufgabe. Ich wusste, das Rätsel konnte ich nur lösen mit meiner original türkischen Wunderhaselnuss.

Kaum hatte ich sie verschluckt, verwandelte ich mich in eine futuristische Armee aus Negerküssen.

Erst in diesem Zustand wurde mir bewusst, dass Negerküsse nix sehen können. Das erfolgreiche Finden erwies sich daher als nahezu unmöglich. Ich begann lauthals zu schreien! Und zwar so laut, dass ich mich selbst wecke.

Dann erwache ich nämlich aus einem finsteren Traum im Alkoholrausch. Ich schaue mich um und sehe – ein Klo!

Sofort kommt die Erinnerung wieder, unterstützt durch dumpfe „MENNO!“-Rufe und Faustbollerei an die Tür: Ich bin ich K-Town, total betrunken war ich ins Bad verschwunden, um mich etwas aufzubrezeln.

Ich wollte nämlich der Gastgeberin adäquat gegenübertreten, die bei ihren Partys übrigens nicht, wie böse Zungen behaupten, obenrum nackig herumtanzt.

Stattdessen ist sie, wie ich nach Verlassen des Klos einmal mehr bemerke, voll durchgestylt. Dass sie auf dem folgenden Foto etwas verwackelt ist, liegt dagegen eindeutig an meinem Alkoholkonsum.

Mir war klar, ich musste nach Hause. Leider verstehe ich nicht, warum ich so viel komischen Kram auf meinem Wohnzimmertisch liegen habe.

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Das Spiel hat 90 Minuten und eine Verlängerung

Ich weiß zwar nicht, was Ihr macht oder vielmehr nicht macht, aber ich brauche nur zu einer Süßwarenmesse zu gehen und finde sofort das nächste Siegerfoto. (Das natürlich nicht zählt, weil ich nicht mitspiele, sondern nur ausrichte.)

Und glaubt mir, Jammerei wirkt bei mir nicht. Erst die gemessene Fürsprache eines Jurymitglieds hat mich davon überzeugt, dass kleine Drachen Zeit zum Wachsen brauchen. Die bekommt Ihr jetzt:

Der neue Einsendeschluss ist der 28. Februar.

Das sollte aber wirklich reichen. Wichtig: Mindestens ein Teilnehmer hat bisher nur zwei (in Zahlen: 2) Bilder geschickt. Ich bitte um das dritte Bild, sonst kann ich die beiden guten Bilder nicht an die Jury weiterleiten!

Und hier geht’s zu den Regeln.

Klosteine des 21. Jahrhundert gibt es in leckeren Geschmacksrichtungen.

Wir fleuchen und kreuchen …

An berufener Stelle hat sich Adorno bekanntlich über das Rennen ausgelassen:

Rennen auf der Straße hat den Ausdruck des Schreckens. Es ist schon das Stürzen des Opfers nachgeahmt in seinem Versuch, dem Sturz zu entfliehen. Die Haltung des Kopfes, der oben bleiben möchte, ist die des Ertrinkenden, das angespannte Gesicht gleicht der Grimasse der Qual.

Vor diesem Hintergrund ist es umso amüsanter, sich anzuschauen, wie verschieden die Menschen durch Bahnhöfe hetzen, pesen, rasen, wie sie eiligst trippeln oder weitschrittig springhopsen, wie sie unrhythmisch den Boden mit ihren Füßen schlagen, als gälte es, nach Art der Tarantella eine Armada aus Myriaden von Schaben, Tausendfüßlern und ähnlichem Getier zu plätten. Wie sie wie auf Kochplatten tänzeln, die auf die höchste Stufe gedreht sind, oder beinah supermanngleich mit waagrechtem Oberkörper durch den Bahnhof schweben, vorangetrieben nur durch zwei dürre Knochenstelzen mit zeitweiligem Bodenkontakt.

Kurz, der Mensch ist vieles, aber eines ist er ganz gewiss: lächerlich.