Hände über den Kopf zusammenschlag

Ach herrje, es ist so weit, Passepartout hat wochen-, was sag ich, MONATElang gebettelt, an seinem 49. Geburtstag seine Familie empfangen zu dürfen. Erst dachte ich, okay, Vatta, Mutta, Kusäng und gut is. Aber da hatte ich mich leider etwas vertan gehabt.

Denn Passepartout lud nicht nur seine missratenen Eltern Tobias und Ludmilla Dubois ein („Achten Sie auch gut auf unseren Kleinen, junger Mann?“, „Mein Junge braucht täglich wenigstens anderhalb Liter Frischmilch, sonst wird er bleich wie ein billiger Camembert.“). Nein, es waren auch seine ungezogenen Geschwister Helmut (64) und Constance (12) dabei, die in den Gängen von Totte Mansion permanent Verstecken und Fangen spielen mussten! Dabei sind kaputt gegangen: drei Tapisserien, fünf Zinnkrüge, 37 Bleiglasfenster, die noch Shakespeare persönlich eingefasst hat (Es ist kaum bekannt, dass Bleiglasfensterbasteln ein heimliches Hobby dieses Mannes war). Und um mein Unglück vollzumachen, brachten die Eltern auch noch Passepartouts Patenonkel (137) Marion und dessen verzogenen Sohn Guillome (7) mit. Ich weiß ja nicht, was die Basis von Guillomes Ernährungsplan ist, aber der Junge hat vielleicht Blähungen gehabt … ich fürchte fast, der Tanklaster Febreze, den ich gestern Abend noch bestellt habe, wird bis übernächstes Weihnachten nicht viel ausrichten.

Ms. Dubois hatte die ganze Zeit ein Radio laufen, auf dem er irgendwelche „oberspannenden“ Übertragungen für seine seltsamen Sportwetten quäken ließ. (Ich glaube, es ging um Seepferdchenrennen oder sowas.) Gleichzeitig leerte Onkel Marion eine Flasche Gin nach der nächsten und erzählte von seinen spannenden Abenteuern aus der Zeit als Kapitän (er war 70 Jahre lang Fährschipper auf der Unstrut tätig gewesen), was Mutter Constance alle 4 Sekunden mit einem unbändigen Gekicher zu untermalen wusste.

Ach, Freunde, was soll ich sagen. Die Bagage ist abgereist, mir fehlen immer noch sechs Fabergé-Eier, Passepartouts Strickliesl ist entzwei – ich glaub, ich muss mich erst mal in meinen Ohrensessel pflanzen und drei Tage ausdampfen.

Die Bagage Dubois (v.l.n.r.): Passepartout, Onkel Marion, Schwippcousin Guillome
(mit der weißen Mütze), dahinter Constance, Helmut, Vater Tobias und last, but not least Mutter Ludmilla.

Advertisements

41 Gedanken zu “Hände über den Kopf zusammenschlag

          1. Er ist doch abgehauen, soviel ich weiß. Oder hatte sie ihn rausgeschmissen, weil er sein Jugendzimmer nicht aufräumen wollte?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s