Leseempfehlung

Die psychologischen Effekte der Monotonie fallen bekanntlich recht disparat aus. Manch einer gibt sich dem Immergleichen freudig hin, wirft alle irdischen Güter von sich, trampt nach Tibet, besteigt einen Berg und bezieht eine spartanische Kammer in einem Kloster, wo niemand mit niemandem spricht, um an den segensreichen Wirkungen der Monotonie seelisch beziehungsweise spirituell zu gesunden; andere sitzen in Einzelhaft und verlieren beim Anblick der Zellenwand den Verstand. Ich weiß nicht genau, wo jetzt die Arbeit des Museumswärters zu verorten ist, aber ich habe Hinweise gefunden, dass wenige den Job der Erleuchtung wegen ausüben; und der irre gewordene Museumswärter ist nach meinen Recherchen vermutlich auch keine Erfindung der Literatur. Einen ersten Hinweis lieferte die unverblümte Ansage eines erfahrenen Wärters: „Drei Wochen, und die Arbeit schlägt Ihnen aufs Gemüt.“ Man frage sich dann beispielshalber, ob das Bild, vor dem man seit Wochen steht, über Nacht umgearbeitet worden wäre. Zweitens: Ich habe von einer britischen Umfrage unter Museumswachleuten gelesen, nach der 21 Prozent der Befragten bisweilen versucht gewesen seien, ein Kunstwerk zu zertrümmern oder ein Porträt nachträglich mit einem Schnurrbart zu versehen.

Den ganzen Text gibt es hier.

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