Mahlzeit!

Das Glück eines Menschen liegt im Auge des Betrachters. Womöglich liegt es immer außerhalb des Selbsts.

Herr Tetot

Advertisements

20 Gedanken zu “Mahlzeit!

  1. Das ist ja das Problem.

    Es heißt immer, dass man selbst für sein Glück verantwortlich ist, dass man sein Glück nicht im anderen finden kann.
    Aber ohne Gegenüber ist man sich seines Glücks so gut wie nie bewusst….shit sowas…

    1. Die weiterführende Frage ist sogar: Kann man sich seines Glückes überhaupt bewusst werden? Ist es nicht eher so, dass lediglich andere unser Glück sehen? Und wir das Glück der anderen?

      1. Laut Sartre besteht das Sein zu 50% aus Selbstwahrnehmung und zu 50% aus Fremdwahrnehmung…also hast du recht…man kann sein Glück nur zur Gänze fassen, wenn einen jemand anders drauf aufmerksam macht…

        1. Diese Prozentangaben bei ihm kannte ich gar nicht (oder hab sie vergessen :)) ). Okay, angenommen, jemand macht mich darauf aufmerksam, dann könnte ich versuchen, es zu begreifen. Aber könnte ich diese Fremdwahrnehmung, wenn Sartre recht hat, wirklich „fassen“? Bliebe es nicht immer nur beim Versuch?

  2. Außerhalb von einem SELBST (Form) liegt Raum. Raum ist formlos. Schon wenn ich es benenne, mache ich es zur Form.
    Glück entsteht in der Form und kann nur erlebt werden, weil derjenige auch Pech kennt. In der Form bedingen sich die Dinge gegenseitig. Licht und Schatten, Freud und Leid… LG

      1. Das ist doch normal und einfach. Unser Gehirn beobachtet sich doch auch selbst und analysiert sich selbst.
        Schwieriger wäre doch die Frage, ob sich das Formlose wahrnimmt. Und ich sage ja, obwohl ich mit Worten erklären muss die nicht die Wahrheit sein können, sondern dich nur der Wahrheit näher bringen können. Denn Worte sind schon wieder Form.

        1. Hehe, eine Selbsttäuschung: Das Gehirn tut ja nur so, als würde es sich selbst beobachten und erzeugt damit ein Bewusstsein, das nicht mehr als die Maske des Unbewussten ist.
          Das Formlose an sich kann sich natürlich nicht wahrnehmen. Denn schon durch den Akt der Wahrnehmung wäre es nicht mehr formlos, weil es sich mit Informationen der Wahrnehmung füllen würde. Da braucht man gar nicht die Worte der Wahrheit zu bemühen.
          Wie formlos es um das Selbst herum ist, ist nebenbei eine interessante Frage des (radikalen) Konstruktivismus. Denkt man sie zu Ende, gibt es nicht einmal das Formlose, sondern nur das Selbst. Drumherum wäre dann – nichts als das Selbstwahrgenommene, das letztlich auch nur eine Täuschung ist.

    1. Wenn die Sentenz oben stimmte, könnte ich genau genommen nicht einmal sagen: „Ich bin glücklich.“ Es wäre nur eine Selbsttäuschung, dass ich es sage, ohne zu wissen, ob ich es wirklich bin. Nur jemand anderer könnte mir dann sagen: „Du bist glücklich.“ (Was wohl die wenigstens hören wollen, sie wollen es lieber selbst feststellen können. Aber vielleicht funktioniert es gerade deswegen nicht so gut.)

  3. Meine Güte bin ich da schlicht gestrickt!
    Ich habe dem Glück nie hinterher gejagt, es kam ganz einfach immer wieder als Gast bei mir vorbei. Wirklich weg ist es nie … weil ich ja weiß, gleich um die nächste Ecke wartet es wieder auf mich. Glück empfinde ich jeden Tag und sei es in noch so banalen Dingen, vielleicht ist es so weil ich unheimlich dankbar für mein Leben bin?

    Ich weiß einfach, wie viel Glück ich habe … auch wenn es für andere oftmals gar nicht so scheint. Manche denken mich mitunter bedauern zu müssen, worüber ich mich doch nur wundern kann. Das bedeutet nicht, dass ich Traurigkeit und Kummer nicht kenne, aber ist das für mein Glücksempfinden nun ein Defizit? Für mich gehört es zum Einsein dazu!
    Hm, möglicherweise denke und fühle ich auch ein wenig „verkehrt herum“?
    Oder Glück hat auch etwas mit dem Bewusstsein zum Erleben und Erfahrung zu tun? 😉

    1. Inzwischen werden hier zahlreiche Themen vermengt, die eine längere Antwort erfordern.
      Zu Deinem Strickmuster (ob schlicht oder nicht) kann ich mich nicht äußern und möchte es daher auch nicht. 🙂
      Du schreibst etwas davon, dass Du dem Glück nie hinterhergejagt seist. Das ist eine beruhigende Tatsache, die hier aber an keiner Stelle das Thema war. (Zumal ich auch nicht glaube, dass man das erfolgreich kann. Aber das führt hier jetzt zu weit.)
      Es ging mir allein um das Erkennen des (eigenen) Glücks. Dass Du Glück hast und es auch empfinden kannst, kommt dem Thema oben näher. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Du mit dem Ausdruck „Glück empfinden“ das meinst, was ich mit dem Erkennen des Glücks meine. Dein Empfinden klingt mehr nach „glücklich fühlen“, und das ist etwas anderes. Hier ist die deutsche Sprache leider nicht sehr scharf.
      Ich versuche es mal mit einem Beispiel: Vielleicht kennst Du den „Roman eines Schicksallosen“. Darin schildert Kertesz (auch seine) Erfahrungen in einem KZ. Die Hauptfigur erlebt immer wieder Momente, in denen sie sich glücklich fühlt. Trotzdem wäre es wohl eine ausgemachte Frechheit, die Situation als solche als Glück zu betrachten. Glück ist frühestens die Tatsache, dass er das KZ überlebt, aber garantiert nicht die Zeit im KZ selbst.

      Aber auch bei Dir möchte ich nachbohren: Kennst Du es nicht einmal von anderen, dass sie aus Deiner Sicht Glück (gehabt) haben, das selbst aber überhaupt nicht so sehen? Hast Du Dir schon mal überlegt, dass auch andere über Situationen in Deinem Leben dachten „Mensch, hat die Glück“, obwohl Du selbst dachtest, dass das Glück eben gerade nicht bei Dir war?
      Und das hat wirklich nichts mit einer eher optimistischen oder pessimistischen Lebenseinstellung zu tun. Es geht einfach um das Erkennen als solches.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s