Auf der Suche nach Emolumenten

Kürzlich las ich bei Lilith, wie sehr sie den Herbst mag. Dem klassischen Herbst mit seinen Stürmen und dem Regen kann ich zwar durchaus etwas abgewinnen, aber ich glaube ich bin nicht ganz so der Herbstfan wie sie. Dafür fiel mir heute beim Weg nach Hause etwas auf, was mir klar machte, welche Zeit ich besonders schätze: An den Büschen, Bäumen und Ampeln fallen die ersten Netze großer Kreuzspinnen auf. Dieser Spätsommer, der mit seinem Wetter schon recht launig sein kann – kein Wort über die Sommer der letzten Jahre! –, aber trotzdem noch warm genug ist, dass man abends draußen sitzen kann, dürfte wohl meine Lieblingsjahreszeit sein. Dass ich dann auch noch Bilder einer lieben Freundin und ihrer Kreuzspinnendompteuse im Postfach habe, unterstreicht für mich noch, dass jetzt meine Lieblingsjahreszeit begonnen hat.

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Protipp: Spaghettimund vermeiden!

Der Doc im Haus erspart den Apfel im Zimmermann, wie jeder weiß. Deshalb möchte ich euch nicht dumm sterben lassen, sondern am Wissen meines privaten Geheimkults teilhaben lassen. Wie Lilith weiß, erfahren die engeren Blogfreunde von mir sogar verborgene Erkennungsgrüße, von denen Freimaurer und Rosenkreuzer nachts nur träumen können.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass viele Menschen, die häufig dünne, lange Nudeln zu sich nehmen, ungefähr so aussehen?

Der bösartige Spaghettimund – von vielen verlacht, bevor sie selbst davon betroffen sind.

Wie – so werden die Nudelfans unter euch gerade fragen, das weiß ich einfach – wie entsteht dieser Nudelmund bloß? Das hat etwas mit der Nahrungsaufnahme zu tun. Die meisten Leser dürften Spaghetti so aufnehmen, wie ich es mehrere Jahre lang meines Lebens tat. Ungefähr so:

Jahrelange Spaghettiaufnahmemethode führt zum sogenannten Spaghettimund.
Das muss nicht sein!

Um diese Technik abzuschalten, gibt es ab sofort eine oberokkulte Methode, deren Hardware bei mir ab sofort für

nur noch 100,01 Euro

bestellt werden kann! Na – wenn das kein Mondpreis ist, dann weiß ich es nicht. Nebenbei: CaptainCook, ist das nicht absolut unglaublich? Tja, und weil es absolut unglaublich ist, möchte ich euch grob – natürlich leicht verzerrt – zeigen, wie es auch gehen kann: mit meinem multimedialen Spaghettiessgerät:

Das unglaubliche multimediale Spaghettiessgerät für nur noch 100,01 Euro!!!

Tja, ich nehme an, ihr seid jetzt neugierig und wollt wissen, wie dieses Zaubergerät funktioniert. Das kann ich selbstverständlich nur grob darstellen. Anderenfalls würden ja Firmen wie Winzweich oder Apfel am Ende noch meine Patente klauen, bevor ich sie patentieren lassen kann! Aber zur groben Info: Die Spaghetti werde automatisiert aneinandergeknotet und über die Hardware (das Spaghettiessgerät) direkt ins Ohr eingeführt. Das verhindert nicht nur den Spaghettimund, sondern verbessert sogar noch die Mundpflege – UND ZWAR OHNE ZÄHNEPUTZEN!

So, die Leitungen sind jetzt offen, ihr könnt sofort mit den Bestellungen anfangen. Es sind noch – Momentchen – 50 Stück erhältlich!

Strike!

Schadenfreude ist eindeutig dann am schönsten, wenn es die Richtigen trifft. So wie eben den Idioten am Hauptbahnhof. Übertriebenes Hemd, enge Röhrenhose, Haare wie weiland zu Guttenburg geschmiert, iPhone-Kopfhörer in den Ohren. In diesem Outfit tänzelt Mr. Obercool mit weiten Schritten durch den Hauptbahnhof in Richtung U-Bahn-Gleise. Dazu schleudert er großräumig sein Kackschlüsselband links und rechts neben sich und nervt offensichtlich alle Passanten. Er schlägt einen Haken nach links, strauchelt irgendwie im Versuch, schnell zur Treppe abwärts zu hopsen. Dabei fällt ihm doppelklackernd etwas herunter. Erst seh ich es nicht, dann fällt es mir auf, noch bevor ihm selbst auffällt, dass er etwas verloren hat: seine Brille, die er offenbar im stylischen Hemd getragen hat. Er dreht sich zu den Augengläsern, die keinen Sonnenschutz liefern, sondern eine Fehlsichtigkeit korrigieren sollen, er bückt sich, das iPhone lugt bedenklich aus der Hemdtasche. Er hebt die Brille auf, da ergießt sich ein Strom der ankommenden Bahnfahrer ihm entgegen. Beim Aufheben merkt er, dass sogar ein Glas aus der Brille gefallen war. Er sucht das Glas, umzingelt von Horden, die ihn nicht als Mr. Obercool kennen, sondern als Trottel, der im Weg steht.

Spätestens jetzt, ich geb’s zu, muss ich grinsen. Bevor ihm bei der Bückaktion auch noch das iPhone auf die Kacheln klatscht oder jemand auf sein Brillenglas trampelt, bin ich auch schon weiter. Und schadenfreudig zufrieden.

Happa-happa!

Seit Anbeginn der Menschheit treibt uns Zweibeinaffen ein Trieb umher, den die meisten von euch unter der Bezeichnung Hunger kennen dürften (ich auch). In den Millionen von Jahren, in denen wir uns aus diesen langhaarigen Zotteln pellten, haben wir verschiedenste Techniken entwickelt, um diesem Hunger zu entgehen. Manche Irrwitzige erfanden das Fasten, andere tranken (und zwar richtig!) noch andere stopften sich das Maul vielleicht mit Sand oder Seife voll. Die Ernährung per Zäpfchen erwies sich als Irrweg und die intravenöse Ernährung bleibt auf gewisse Notfälle beschränkt. Aber das Genialste blieb lange Zeit unentdeckt.

Erst wir, die modernen Menschen, waren in der Lage, die einzig wirklich nachhaltige Technik zu entwickeln, um dem Hunger den Garaus zu machen. Wir nennen diese Technik: Essen.

Kein Wunder, dass ein besonders findiger Kerl daraus eine Geschäftsidee gemacht hat, indem er sich mit Satt-Techniken beschäftigt. Okay, leider ist er der Orthografie nicht ganz so mächtig wie meinereiner, deshalb ist ihm ein T entfallen. Aber ich denke, wir alle können edelmütig darüber hinwegsehen.

Was ich weniger verstehe, ist die Domain unter dieser stolzen Überschrift: Nennen sich die Jünger, die dem Essen frönen, neuerdings Satelliten? Oder müsste es Satteliten heißen (Satt-Eliten)? Sammeln die sich womöglich in geheimen Anlagen? Welcher Sache bin ich da bloß wieder auf der Spur!

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Guten Hunger!