Ach, diese Jubelarien auf ein Großmaul

Was mir überraschenderweise zurzeit massiv auf den Keks geht, sind die Beweihräucherungen Steinbrücks, die mit der Kür zum Kanzlerkandidaten einer Partei aus dem vorletzten Jahrhundert den Höhepunkt anzustreben scheinen.

Ich möchte nebenbei mal daran erinnern, was Steinbrück für ein erfolgloses Posaunengesicht ist:

Von 1993 bis 1998 war die Pappnase Minister für Wirtschaft, Technik und Verkehr in Schleswig-Holstein. Wer sich in dieser Zeit oder auch kurz darauf im Lande aufgehalten hat, weiß, in welchem Zustand diese Ressorts in Schleswig-Holstein waren bzw. sind.
Im Jahr 1998 ging er nach Nordrhein-Westfalen. Hier übernahm er zunächst das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr (muss ich mehr sagen?), wechselte dann 2000 ins Finanzministerium (Achtung, Schulden!) und übernahm schließlich von Wolfgang „Mr. Atom“ Clement das Amt des Ministerpräsidenten. Als Peer sich 2005 erstmals dem gemeinen Pöbel zur Wahl stellen musste, fiel er mit Pauken und Trompeten durch und holte für die SPD das schlechteste Ergebnis ein, das die Partei seit 1954 in diesem Bundesland hatte. Und das gegen eine hirnlose Dauerknalltüte wie Jürgen Rüttgers.

Das hinderte Alcopop-Peer aber nicht daran, im ersten Kabinett Merkel den dicken Max zu markieren und schon mal die Kavallerie in die Schweiz schicken zu wollen, anstatt die Weichen in der herannahenden Finanzkrise richtig zu stellen. (Ich empfehle zur Erinnerung als Lektüre: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koalitionsausschuss-die-verdraengten-suenden-der-heuschrecken-baendiger-a-611329-2.html).

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weitermachen, weil es sowieso offensichtlich ist: Der Mann kann nix, ist ein Großmaul und wird unverständlicherweise von einem Mann gefördert (Helmut Schmidt), der zwar als Person der Zeitgeschichte durchaus spannend ist, aber dem ich meine Zukunft ebensowenig in die Hand legen möchte wie dem komplett talentfreien Eierpiraten Steinbrück.

Bin ich eigentlich wieder der Einzige, der sieht, dass der womöglich künftige Kaiser bis auf die Knochen splitterfasernackt ist?

Danke.

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9 Gedanken zu “Ach, diese Jubelarien auf ein Großmaul

  1. Könntest du mir einen Finanz- oder Wirtschaftsminister nennen, der keine Schulden aufgenommen hat?

    Trotzallem halte ich Herrn Steinbrück für glaubwürdiger als alle anderen Pappnasen, wenngleich ich eine Partei wählen werde, die noch nie an der Macht war.

    1. Ah, eine feine Falle. Okay, wer besonders herausragend im Schuldenabbau war, war: Robert Rubin, Finanzminister unter Clinton. Praktischerweise verdanken wir ihm auch die Zusammenlegung von Kredit- und Investementbanken. ;D

      Das Problem ist bei Steinbrück übrigens nicht nur, DASS er Länder hochverschuldet hat. Das Problem ist, dass er seit Jahren so tut, als wüsste er und nur er, wie man das vermeidet. Dabei ist er lebender Beweis für das Gegenteil. Dass das niemand sehen möchte, regt mich auf.
      Zum Stichwort Pappnasen kann ich nur beipflichten. Echte Alternativen mit Chancen, ans Ruder zu kommen, sind nicht in Sicht. Aber muss ich deshalb so tun, als wäre der größte Idiot der beste Arzt? 😉

      1. Keine Falle. Du kritisierst das Handeln eines Ministers durch Schulden. Dann muss es ja Vorbilder geben. Gibt es keine „Vorbilder“ in Deutschland?

        Ich empfinde es nicht so, dass nur er wüsste wie es geht. Es ist das ewige Spiel, wenn jemand einen Vorschlag macht, dann kann man ihn kritisieren. Ich kritisiere lieber Inhalte um der Sache wegen und nicht deren Motivation oder Form.
        Seine Vorschläge für die Bankenregulierung halte ich für überzeugend. Und die Kritiker werfen dann (natürlich) das Argument ein, wenn es nicht global so gemacht wird, dann hätte es keinen Nutzen. Soll die Alternative dann nichts tun sein? Wir bekommen nicht Europa unter einen Hut, wie soll das Global für die gesamte Welt funktionieren?
        Man kann als Vorbild vorausgehen, egal ob die anderen mitwirken oder nicht. Und wenn die Folgen dann so sind, wie sie kommen, dann kann man korrigieren oder anders handeln. Aber einfach weiter zuzusehen, wie die Bürger für Schulden bürgen die andere an den Märkten verursachen halte ich für den falschen Weg.
        Mir geht es nicht darum, dass eine andere Partei ans Ruder kommt. Die bekannte vier Großen waren schon alle dran und wir kennen ihre handeln. Ich möchte wirkliche Reformen und nicht immer wieder diese blödsinnige Umverteilung. Reformen funktionieren von unten und wenn man andere Diskussionen führen MUSS. Das funktioniert mit Parteien wie z.B. Piraten, oder Linken, oder andere.
        Erst DANN wird in der Gesellschaft ein umdenken ebenfalls Wirkung zeigen. Ich halte von den Piraten gar nichts, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass neue Gespräche neue Diskussionen kommen müssen und das funktioniert durch sie.

        Was eine Partei vor der Wahl erklärt ist völlig unwichtig. Haben irgendwelche Menschen mehr Netto als Brutto, wie die FDP vor Jahren erklärt hatten?

        Neue Parteien kannst du 4 maximal für 8 Jahren wählen, dann sind sie angepasst und nicht mehr für Reformen (wirkliche Veränderungen) zu gebrauchen. Vor allem möchte ich Nichtwähler aktivieren. Sie machen ca. 50% aus. Welche Macht sie flöten lassen, sehen sie nicht.

        1. Ich möchte doch noch mal auf die Überschrift hinweisen. In der Hauptsache kritisiere ich hier nicht mal das Handeln Steinbrücks, ich kritisiere, dass er seit Monaten in zig Medien als der Heilsbringer gefeiert wird, der all unsere Probleme lösen kann. (Und genau genommen feiert er sich vornehmlich selbst, während die Medien sich gern als Megaphon anbiedern.)
          Dass er unsere Probleme nicht lösen kann (und erst hier kommt u.a. das Schuldenmachen ins Spiel), das hat er längst wiederholt bewiesen.
          Was die Vorbilder angeht: Das Beispiel unter Clinton ist deutlich aktueller als die deutschen Finanzminister, die pfleglicher mit den Geldern umgegangen sind. Das hörte in den 70ern, spätestens jedenfalls unter Kohl auf.
          Steinbrücks Vorschläge zur Bankenregulieren sind in Teilen (v.a. die Trennung) durchaus sinnvoll, da hast Du recht. Aber das sind sie nicht, weil sie von ihm kommen. Es ist nicht lange her, da hat er das Gegenteil propagiert. Erst jetzt behauptet er, hier eine sinnvolle Richtung einschlagen zu wollen, die andere schon seit Jahren einfordern. Ob er es tatsächlich tun wird, wenn er die Möglichkeit dazu hat? Ich weiß es nicht. Aber ich glaube es auch nicht. Er ist für mich einfach nicht glaubwürdig.
          Steinbrück hat nicht nur bei den Finanzen über Jahre versagt, sondern auch in sämtlichen anderen Funktionen – abgesehen von seiner Selbstvermarktung.
          Deshalb ist er, selbst wenn er inzwischen ein paar richtige Standpunkte zu vertreten behauptet, nicht mal der halbe Weg in die richtige Richtung. Er ist der falsche Weg.

          @ FDP: Dann frag mal die Hoteliers und die Glücksspielmafia. 😉

          @ Piraten: Nach den Trauerspielen, die deren Personal in Berlin veranstaltet hat, demontieren sie gerade dieser Tage die Fraktion in Düsseldorf. Warum auch immer.

  2. Bin ganz Deiner Meinung! Bezeichnenderweise hat ja keiner aus der SPD-Pappnasen-Troika jemals eine Wahl gewonnen. Deshalb ist es letztlich auch wurscht, wer von den drei Losern gegen Merkel antritt.

    Was Steinbrück auch noch Stimmen kosten wird, ist der Umstand, dass er schlicht und ergreifend ein Unsympath ist. Momentan wird das noch als „Klare Kante“ verbrämt. Aber der Wähler hat ja noch ein Jahr Zeit, sich sein Bild zu machen.

    1. Die süffisante, aber berechtigte Anmerkung zu den anderen beiden Losern hab ich mir gleich erspart. (Wobei man zu Steinmeyer wenigstens positiv anmerken kann, dass er kein marktschreierisches Großmaul ist. Aber mit einem Weltbild, das hauptsächlich auf Besserverdienende baut, und Schweigend-in-der-Ecke-Stehen gewinnt man als Soze eben erst recht keine Wahlen. 😉 )

      Unsympath sollte der zweite Vorname von Herrn Peer werden. :))

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