Der Widerstreit Blog vs. Facebook

Ich werde kaum der Erste sein, dem aufgefallen ist, dass der Zustrom auf Facebook & Co. umgekehrt proportional zu substanzvollen Diskussionen in Blogkommentaren ist. Daher fand ich einen Beitrag im aktuellen Freitag interessant, der klingt wie der Bocksgesang für deutsche Blogs.

Auf Facebook oder Google+ ist es auch nicht nötig, eine eigene Form oder einen eigenen Stil zu finden, denn alles ist vorgegeben. Die Einstiegs-Hürden und Anforderungen sind niedrig. Das kommt den Couch-Potatoes des Internets in ihrem Neobiedermeier entgegen. Ein Blog gleicht eher einer zugigen Haltestelle als einer Wohlfühlnische.

Ich wohne offenbar lieber in einer Haltestelle, auch wenn die Blog.de-Haltestellen anscheinend kaum noch vom Nahverkehr angefahren werden.

Im Freitag gibt es den ganzen Artikel.

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60 Gedanken zu “Der Widerstreit Blog vs. Facebook

  1. Ich leiste mir den Luxus, einen Blog zu haben UND einen Facebook-Account. Leider kriege ich immer weniger Feedback zu meinen Blogbeiträgen. Kann an mir liegen oder an Facebook 😉

    1. Dass ich deutlich weniger kommentiere als früher, liegt hauptsächlich an meiner geringer werdenden Zeit. Trotzdem lese ich natürlich hin und wieder Einträge, ohne zu kommentieren. Das macht sicher 50 % vom „Umsatz“ aus. 😉

  2. na, da passt es doch wie die faust aufs auge, dass ich vor ein paar tagen mein facebook-konto gelöscht habe. ich hasse fb – keine richtigen kommentarschlachten möglich und dann diese bevormundung! bis ich rausgefunden habe wie man den account löschen kann… unmöglich… aber nicht für Taste! 🙂

        1. So wie ich es geschrieben habe: Facebooks offenkundiges Ziel ist es doch, die Benutzer als konsumierendes Werbevieh zu halten, das bloß nicht zu sehr nachdenken soll. Das ist umso einfacher, je mehr man den Leuten sagt, was sie tun sollen.
          Im Grundsatz ist Google mit seinen Diensten zwar nicht anders, es erlaubt seinen Nutzern aber viel eher eine Narrenkappe voll Freiheit.

    1. He, he! Glückwunsch. Ich hab meinen FB-Account irgendwann im ersten Halbjahr des letzten Jahres gelöscht. ABER Achtung! Ca. sechs Monate später schreibt FB einen doch tatsächlich an und fragt, ob man nicht doch wieder aktiv werden möchte, man müsse sich nur einloggen und alle Daten wären wieder da!!! So viel zum LÖSCHEN!!! >:-[

      1. Will Quadflieg hat einmal einen seiner Lehrer zitiert (mir ist leider entfallen, welcher es war): Der Schauspieler müsse jeden Satz, den er spricht, vor dem Sprechen genau überdenken.
        Dasselbe sollte auch für das gelten, was man im Internet verbreitet, dann hat man hinterher auch weniger Probleme mit dem Löschen. Denn es ist ein Irrglaube, dass diese Probleme nur bei Facebook bestehen.

        1. Och, ich war neugierig und meine Ami-Freunde waren/sind da unterwegs… Doch FB nervt entsetzlich, wenn man nicht sonderlich aktiv ist, mit E-Mails… Tja, mich nicht mehr und viel Inhalt war eh nie drin, in meinem Account. :>>

          huhuuu zurück! 😀 pn ist in arbeit… :DD

          1. Siehste, in meinem account waren (sind wohl noch immer) viele fotos und filme – und det will ich nich´ mehr fb überlassen, der schweinebande.

            aha… war ich nicht dran… ? :DD wir sollten uns treffen… 😉

          2. Wenn sie noch drin sind; erst die Fotos und Filme löschen und später dann den Account. Vermutlich speichern die trotzdem alles… 🙄 Egal, da zieht es mich nicht hin. Zum Glück war ich schon immer vorsichtig, was Infos, Bilder usw. von mir im Netzt betrifft. Auch reagiere ich absolut allergisch, wenn jemand ungefragt Bilder oder Infos von mir preisgibt – da sehe ich erst rot und bin dann ganz Elefant. :DD

            mag sein… jetzt hab ich aber… treffen… gerne, wir könnten stundenlang schnacken… oder tagelang… oder nächtelang… oder noch länger… 😉

          3. könnten wir, machen wir auch. bestimmt! hab allerdings gehört du babbelst einem da ohr ab? stimmt das? ich brauche beide noch zum hören… 😉

          4. äh, was? bitte?! Ich babbel viel?!? öhm, ja, manchmal schon… ABER ich kann mich durchaus zurückhalten. :DD ich kann sehr rücksichtsvoll sein… 😉

  3. Passt. Facebuch ist definitiv einfach nur oberflächlich, im Vergleich zum Blog. Es ist aber gut, um schnell und leicht Kontakt zu Leuten zu halten, die man sonst aus den Augen verloren hat (wie Freunde aus der Kindheit, die andere Wege gegangen sind o.Ä.) …

    Da ich mich damit nicht auskenne… Wo ist der Unterschied zwischen Facebook und Twitter?

    1. Ich hab festgestellt, dass es immer auch eine Frage ist, was für Leute man kennt. Aus meinem Bekanntkreis sind beispielsweise erstaunlich wenige bei Facebook, ich selbst nutze es nur bei einem Firmenaccount (und finde es grottendumm).

      Twitter ist schneller, deutlich witziger, hat weniger Katzenbilder und meines Erachtens haben die Twitter-Jünger tendenziell einen höheren IQ als die Facebookianer. Zumindest scheint es so, wenn man Einträge auf den Plattformen miteinander vergleicht. Es sei denn, die Leute auf Facebook wären einfach bloß erfolgreicher darin, ihren IQ zu verbergen.

      1. Nun ja, ich denke, dass es darauf ankommt, wie und warum man es nutzt.
        Es gibt Menschen im Blog, die nur Videos oder eigentlich „Belangloses“ posten… Genau wie beim Facebook oder Twitter. Ich glaube nicht, dass in irgendeinem der drei Portale nur dümmere oder nur intelligentere Leute sich bewegen.

        Klar gibt es bei FB genügende, die irgendwelche Spielchen spielen oder berichten, wie sie gerade Hunger haben und sich Pasta kochen. Auch ok. Wenn es das ist was sie brauchen.
        Ich bin auch bei FB und finde es ok. Habe dadurch wieder Kontakt mit Leuten, die ich seit Jahren aus den Augen verloren habe und nun sehen kann, dass es ihnen gut geht usw.

        Ok. Ich bin keine, die eben permanent jeden Blödsinn von sich gibt und 5x am Tag postet (da bin ich eher zurückhaltend). Man gibt halt das preis, was man für wichtig empfindet. Ob hier, im FB oder Twitter …

        Muss ich mir jetzt Sorgen um mein IQ machen? 😉

        1. Der erste Satz stimmt im Grundsatz, aber es gilt Folgendes zu bedenken: Facebook ist Internet 2.0 für Doofe. Also zieht es auch mehrheitlich Doofe an. Daher der Ausdruck „tendenziell“ in meinem Kommentar. Er ist keine Wertung jedes einzelnen Facebook-Nutzers.
          Und um ein analoges Bild zu nehmen: Auch bei einer Zeitung kommt es darauf an, wie man sie nutzt. Man kann sie lesen, zum Einwickeln von Fisch nehmen, als Anzünder oder als Klopapier verwenden. Bei der Bildzeitung ist aber nicht viel zu lesen, also bietet sie sich eher für andere Zwecke an.

    2. Twitter ist eine ganz andere Welt. Die 140 Zeichen sehe ich persönlich nicht als EInschrämkung, sondern sie machen die Tweets (so nennt man die Einträge) kurz und prägnant. Man kann auch Listen anlegen, z. B. „Blogger“ (da habe ich alle von hier abgelegt, und das sind nicht wenige; so bin ich stets irgendwie auf dem Leufenden, auch unterwegs).

      Die Tweets sind kurze Momentaufnahmen, Beobachtungen (Bilder gehen auch), viele davon sind ganz witzig. Bei Twitter gibt es viel Wortspielereien, was ich sehr gerne mag.

  4. Vermutlich bin ich im Blogland zu wenig unterwegs, picke zu gezielt, was ich lese und spare mir etliche Kommentare (sowohl das Lesen als auch das selbst Kommentieren). Ich empfinde es eher als Wohlfühlnische denn als zugige Haltestelle – wenn denn Zeit dafür ist.

          1. Gut, aber das hat ja nichts mit der Idee eines Blogs im Gegensatz zu FB zu tun, sondern mit der Plattform. Und die ist austauschbar. 😉

  5. Servus Doc!
    (Heimlicher Mitleser..;-)

    Falls Du mal dein Blog löscht und hinterher trotzdem
    gucken magst, was dich quasi ausgezeichnet hat,
    dann bietet sich die Wayback Machine an.
    Siehe hier: (Blau markierte Zahlen anklicken)
    –> http://www.tinyurl.com/bfknntq

    Selbst wenn der Google-Cache nix mehr hergibt,
    dieses Archiv bleibt. (Natürlich nur solange das
    Archiv selbst online ist.)

    Selbst „gute alte Bekannte“ aus früheren Zeiten von
    Blog.de kann man dort aufstöbern.
    Siehe hier:
    –> http://www.tinyurl.com/b3bspbq

    Unvergessener Kollege..;-)

    Facebook ist ein Paradies für allerlei Behörden.
    In den 80ern wurde noch gegen die Volkszählung
    demonstriert. Heute sorgen die Facebook-Nutzer freiwillig
    für totale Transparenz. Nie war es so einfach, Profile
    anzulegen. Moderne Wanzen (Smartphones) protokollieren
    Standort und Bewegung. George Orwell lässt grüßen.

    Kein Facebook, kein Twitter, kein Smartphone.
    (Was mich selbst betrifft.) Unter meinem Klarnamen
    wird sich NICHTS im Netz finden. Und das ist gut so..;-)

    Gruß aus dem Underground!

    1. Ist bekannt. Wobei ich die Maschine weniger als Backup betrachte, sie ist mehr ein kleines Fenster in die Vergangenheit. Das zeigt sich bei den Blogs ja auch dadurch, dass das CSS bzw. die zugehörigen Elemente nicht mitgenommen werden.
      Sollte ich mich hier aber wirklich verabschieden, werde ich den Blog eher spiegeln. Dauert zwar etwas, aber dann hab ich die Daten auf meiner eigenen Platte.

      1. Hatte schon geahnt, dass Du nicht hinterm Mond lebst..;-)
        (Betrachte den ersten Kommentar nicht als aufklärend,
        sondern als Feststellung)
        Hab dich immer als einer der ganz wenigen Individualisten
        bei Blog.de gesehn. (Und tue es immer noch.)

        Was mich etaws verwundert:
        Willst Du dir die Bits&Bites tätowieren lassen??
        (Bezüglich Hinweis („auf meiner eigenen Platte“..;-D
        Tja. Blog.de ist ja auch schon ’n ziemlich großer
        Friedhof. Sehr viele verwaiste Blogs.
        Der Peak ist längst überschritten. In ein paar Jahren
        haben Blogs den Flair von Web 1.0-Homepages..;-)

        Mal gucken was passiert.

        P.S. Dass Du „Fremdkommentare“ ohne Moderation durchlässt
        zeigt, dass dir Freiheit wichtig ist. (Im Gegensatz zu
        vielen anderen „Kollegen/Kolleginnen“.)

        1. Ich hatte mal ernsthaft überlegt, mir den Blackbeard tätowieren zu lassen, aber das ist eine andere Geschichte. 😉

          Ochott, da haben sich ja schon so zwei oder drei Gedanken angesammelt über die Jahre, die ich durchaus gern irgendwo fixiert hätte. Aber noch hab ich es nicht eilig.

          Zu den Fremdkommentaren kann ich nur sagen, dass ich in der bequemen Lage bin, so unpopuläre Blogs zu führen, dass ich nie das Ziel von Trollen geworden bin (oder wenn, dann nur für ein, zwei Kommentare, dann waren sie wieder weg). Ich muss sogar gestehen, dass ich nicht einmal weiß, wie fein Nicht-Pro-User die Kommentare derzeit einstellen können; früher ging ja nur komplett offen oder komplett dicht. Und Letzteres wollte ich definitiv nicht.

          1. Es kommt doch immer daruf an, wie man mit „ungehobelten“
            Leuten („Trolle“ umgeht. (Hab selbst keine Erfahrung)
            Ich würde halt einfach kommentarlos löschen. Fertig.
            Hab das aber auch schon in diversen Blogs mitbekommen,
            dass sich (besonders weibliche) Betroffene gern „versteigen“.
            Sich auf Provokation einlassen, emotional reagieren.
            (Genau darauf legen es die „Trolle“ an)
            In der Regel sind das ja keine derben Stalker, sondern
            gelangweilte Dödl, die sich einen Spass draus machen.
            (Oder ganz einfach Deppen.)

            Hast Du schon mal Blogger (Google) getestet?
            Hohe Funktionalität – Völlig freie Hand (Gestaltung)
            Keine Werbung – Gratis.
            Dagegen kannst Blog.de in der Pfeife rauchen.
            (Mittlerweile voll von Produkttest-Dilettanten)

            Bis dahin..;-)

          2. Ich hatte mich schon vor Jahren bei Google eingeklinkt, als sie noch (nur) die Plattform Blogspot laufen hatten: doctotte.blogspot.de
            War in Bezug auf Werbung und Freiheit ebenfalls toll, aber null Community. Und dann brauche ich keinen Blog.
            Etwas angenehmer finde ich in der Hinsicht inzwischen doctotte.wordpress.com
            Ist zwar in der Gratisversion nicht ganz so frei in der Gestaltung, aber die Community empfinde ich als recht angenehm. Es ist ein ganz anderes Publikum als bei anderen Plattformen, auch im Vergleich zu den besten Zeiten bei Blog.de. Trotzdem wird mein dortiger Blog ein Themenblog bleiben. Sollte ich da mehr machen, gründe ich eher weitere Blogs.

          3. Pardon! Sollte vorher recherchieren.
            (Was dein Blog bei Blogger betrifft..;-)

            Im Grunde ist es doch völlig wurscht, bei welchem
            Anbieter man sich auslässt. Verknüpfung ist doch auch
            bei WordPress, Blogger etc. möglich. Ob ich hier
            kommentiere oder woanders spielt doch keine Rolle.
            (So denke ich) Für eine gewisse „Spezies“ ist es aber
            viel zu umständlich, ausserhalb der „Kolonie“ Kontakt
            zu halten. Es ist ja dermaßen mit Aufwand verbunden,
            in den Bookmarks ein Blog anzuklicken…
            (Ironische Anmerkung)
            Ich kann aber nachvollziehn, was in diesen Köpfen vorgeht.
            Sie projizieren „Räumlichkeit“ ins Internet. Können,
            wollen nicht begreifen, dass sich alles am eigenen
            Computer abspielt. Kein „da draußen“ existiert.
            (Ich habe schon mal in einem anderem Blog dazu erwähnt,
            dass es mir die Zehennägl nach oben dreht, wenn ich
            Statements lese wie „Das ist meine Heimat“. (Bezgl. Blog.de)
            Gerenderte Webseiten im temporären Cache. Heimat…
            Welch unsäglicher Schwachsinn.

            Gruß aus dem Diesseits!..;-)

          4. Nun ja, in jedem Habitat entwickelt sich Leben nach den Möglichkeiten. Der abgeschlossene Raum einer Plattform (und er bleibt in sich abgeschlossen) ist da keine Ausnahme. Dass sich dann in den einzelnen Habitaten besondere Kulturen entwickeln, die in anderen Habitaten nur bedingt oder gar nicht funktionieren, finde ich dann nicht so überraschend.
            Nach allem, was ich z.B. vom Habitat „Facebook“ gesehen habe, weiß ich, dass ich da geistig verhungern würde. Ganz davon zu schweigen, dass mir die Kontrollmöglichkeiten durch Facebook und(!) andere viel zu massiv sind.
            Die einzelnen Habitate sind zwar punktuell miteinander verknüpft, aber ich habe den Eindruck, dass es sich dabei hauptsächlich um beschrankte Grenzbereiche handelt. Ein offener Grenzverkehr wie mit Schengen oder gar ein Ineinanderfließen kommen jedenfalls nicht vor.

  6. Hier bei uns zuhause ist es einfach – Menne ist bei FB und ich schreibe ab und zu mal Einträge im Blog und lese gern Einträger anderer. An manchen Tagen schau ich Menne mal über die Schulter… Und stelle immer wieder fest, dass ich bei FB nicht wirklich was versäume.
    Mir machen allerdings andere „Marotten“ viel mehr Angst: ständig das Geglotze und Gedaddele mit dem Handy. XX( Wo das noch hinführt…

      1. Wie, Handy neu?!
        Na, ich mein diese Grabbelhandys (nenn sie Smartphones, schießmichtot…) wo dann die Leute wild drauf rumfuhrwerken. Ich find sie einfach nur schrecklich!
        Und solange ich kann, werde ich mich gegen diese Handys verwehren. :yes:

  7. ich hab mich gerade auf eine reise in die vergangenheit begeben mithilfe von awt’s link. krass, ich komme gerade gar nicht klar. :DD

    zum eigentlichen thema: ich mag die abwechslung, aber mich zieht es dennoch und gott sei dank mehr in die kuschelige (wenn auch etwas eingestaubte) ecke. ich vermisse ganz schön die alten zeiten hier.

    1. Jup, die Vergangenheit kann manchmal fein sein. Die Beobachtung, wie schnell Dinge im Web sich selbst entwerten, finde ich übrigens für Zukünftiges ziemlich gruselig. Denn so wie es der Blogkultur seit ein, zwei Jahren geht, so wird es auch anderen Plattformen und Moden gehen.

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