Weiberfastnacht

Das beste Weib, ist, als Weib betrachtet, ein zu unwichtiger Gegenstand für die Würde eines Mannes. Sein Weg geht an ihr vorüber. Wie eine Blume des Ufers verliert sie sich in seinem Laufe ohne ihn aufzuhalten.

Wilhelm Friedrich Meyern

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Rettung und Entdeckung

Was für ein Wochenanfang: Die Dhau sinkt, aber Muffins Eigeninitiave, ein Speedboat zu ‚organisieren‘, hat uns im Verbund mit Mottes Luftunterstützung gerettet. Andis Tauchausrüstung entpuppte sich in Wirklichkeit als Sexspielzeug, das uns in Indien garantiert die Männlichkeit gekostet hätte. Außerdem ist klar: ‚Passepartout‘ ist niemand anderer als der geschätzte Dr. Hyhnerbain. Der echte Passepartout sitzt bei mir zu Hause am Kamin und spielt mit seiner Lieblingsstrickliesel. Dem falschen Passepartout hatte er nur einen Dummy mitgegeben. So.

Wir sollten zur Küste fahren, aber leider, leider hatte Muffy im Speedboat neben einer kleinen Ansammlung von Kalaschnikows eine funktionierende und topmodische Taucherausrüstung. Deshalb war es uns nicht möglich, Pocket davon abzuhalten, auf dem Grund nach seinen Manolos zu suchen. Kannst Du das verstehen, Lilith? Für ein Paar Schuhe? Hey, was machst Du da? Feuerst Du Pocket durch die Sauerstoffversorgung an?

Tä! Hoffentlich hat er sie bald. Schließlich gibt es hier Seeungeheuer, wie Taste bereits am eigenen Gummistiefel erfahren durfte. Was für ein Abenteuer! Wenn Pocket seine Schuhe hat, können wir hoffentlich endlich an Afrikas Gestade anlanden!

Einen hat er schon: Pocket ist noch mal runter,
um seine Manolo Blahniks zu suchen.

Schwimmen ist gesund

Tja, die rauhe Salzluft tat meinem Hut gut. Und mir auch. Der Kapitän, der eigentlich ziemlich wild aussah, war uns gewogen – vermutlich weil er uns nicht bemerkt hat. Die Elefanten dagegen wurden von den weißen Mäusen, die Andi mit an Bord geschmuggelt hat, nicht etwa in Schach gehalten, sondern sind total ausgeflippt. Wir waren kaum im Roten Meer angekommen, da sprangen die Dickhäuter wie die Irren an Deck herum, bis die Bordwände eingetreten waren und die Dhau gesunken ist. Jetzt müssen wir uns irgendwie ans Ufer retten.

Zu Andis Ehrenrettung muss ich zugeben, dass er für einen derartigen Fall bereits vor Antritt der Reise vorgesorgt und in einem Fachgeschäft für Taucherbedarf für jeden von uns die entsprechende Ausrüstung eingekauft hat. Daher gilt Andi ein Hoch!

Sag mal Passepartout, Dein Gesicht löst sich irgendwie im Wasser auf, was bedeutet das?

Leider haben wir nur eine Sauerstoffflasche für alle.
Da heißt es Luft anhalten.

Nägel mit Köpfen!

Immer mehr Leute empfehlen nach der Bekanntgabe des NOKIA-Umzugs, keine NOKIA-Handys mehr zu kaufen. Zuerst habe ich gelacht. Dann habe ich eine Zeitlang nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen: Die Leute haben recht! Kaufen wir keine NOKIA-Handys mehr. Oder wisst Ihr was? Lasst es uns so machen, wie in diesem Seehofer-Ministerium, werfen wir sie weg. Oder noch besser: Wir verbrennen sie. Ja, genau, lasst uns große Scheiterhaufen errichten, in deren Flammen wir unsere NOKIA-Handys abfackeln können. (Ich habe zwar keins, rechne aber fest damit, dass mir einer sein Handy zu diesem Zweck schenken wird – wer möchte heutzutage schließlich noch ein NOKIA-Handy haben?).

Gummistiefel. Ja, genau. Wusstet Ihr, dass NOKIA als Gummistiefelschmiede angefangen hat? Und die stellen die Dinger heute noch her. Also auch weg mit den Gummistiefeln. Und lasst uns bei dieser Gelegenheit gleich Nägel mit Köpfen machen: LASST UNS GLEICH ALLE GUMMISTIEFEL VERBRENNEN! (Taste, Du wirst bei solch einer nationalen Aktion doch wohl kaum hintanstehen wollen?)

Ist es außerdem nicht so, dass man diese fiese Arte, Haie abzumurksen, indem man ihnen bei lebendigem Leib die Flossen abschneidet, „finnen“ nennt? Merkt Ihr was? Dahinter steckt ein System! Ich sag’s ja: LASST UNS NÄGEL MIT KÖPFEN MACHEN! Ich guck mir keine Filme der Kaurismäki-Brüder mehr an. Yksi, kaksi und paska sind ab sofort aus meinem aktiven Wortschatz verbannt! Und der Weihnachtsmann? Wozu braucht der urdeutsche Weihnachtsmann eigentlich Rentiere? Der kann sich auch von röhrenden Hirschen ziehen lassen, die aus dem Bayrischen Wald stammen! Ich verlange sofortigen Einreisestopp für Rentiere aus Finnland!

Sagt mal, gehören die Finnen mit den Esten und den Ungarn nicht zu einer Sprachgruppe? Tja, mitgehangen, mitgefangen. Gut, die Esten haben nix, die kann man also auch nicht schädigen. Bei den Ungarn aber, ja, da können wir Deutschen zulangen! Ich streiche Gulasch und Paprika ab sofort von meinem Speisezettel! Den Balaton lassen wir auslaufen, die Puzsta gehört abgefackelt und bei der Gelegenheit werfen wir auch gleich die Marika-Rökk-Filme in die Flammen! ICH SAGE: KAUFT NICHT BEIM UNGARN, WENN NOKIA WIRKLICH DAS WERK IN BOCHUM DICHT MACHT!

Und jetzt muss ich mir den Schaum vom Mund wischen – wo sind eigentlich die Zeichen für Ironie bei diesem scheiß Editor? Ist der eigentlich aus Finnland?

Erneute Flucht

Die Kriegselefanten des Maharadschas haben ganze Arbeit geleistet. Jetzt geht es mir wie Muffin: Ich hasse Elefanten! Was können wir tun? Wo können wir hin? Unsere Gruppe ist halb verhungert, bis auf Andi sind die meisten fast verdurstet, Lilith sieht aus, als könne sie keinen Schritt mehr in ihren Highheels gehen und Pocket singt im Delirium obszöne Seemannslieder (hatten wir das nicht schon mal umgekehrt?). Also genau das, was wir in Indien brauchen.

Da! Was ist das für eine obskure Gestalt, die sich um die Ecken drückt?

– He, Du!

– Wer? Isch?

– Genau, Du!

– Was ist, Sahib?

– Wir müssen unauffällig verschwinden, der Maharadscha jagt uns; kannst Du uns helfen?

– Isch? Ihne helfe? Hm. Habisch vielleischt Idä. Dhau.

DAU? Wie nennst Du uns? Dümmste Anzunehmende User? Ich werd Dir helfen! Erst unsern Programmiern die Arbeit wegnehmen …

– Nein, dummä Sahib, meinte isch nischt DAU, sondä Dhau. Gucke Du hier. Geht gleisch von Hafe ab. Müsse Ihr Eusch beeile!

– Danke, guter Mann! Hildegard, schenken Sie dem Inder eine Aspirin, die geht aufs Haus.

Kaum kommen wir an der Dhau an, müssen wir entdecken, dass der Kapitän Elefanten nach Afrika importiert. ELEFANTEN!! NACH AFRIKA!!! Ich krieg zuviel, Muffin auch. Aber wir können uns das Fluchtmittel eben nicht aussuchen. Mit dem fuchsteufelswilden Maharadscha auf unseren Fersen müssen wir nehmen, was wir kriegen können! Los geht’s – wer wurde noch mal seekrank?

Vom Regen in die Traufe:
Als blinde Passagiere auf der Dao müssen wir uns den Platz mit Elefanten teilen.
Hoffentlich machen die sich nicht so breit.