Der Doc als Rocker, nein, als Kind, nein, doch als Rocker

Regelmäßige und vor allem langjährige Leser meines pulitzerpreisverdächtigen Blogs (den Preis kann ich natürlich nicht bekommen, alldieweil ich kein Amerikaner nicht bin) wissen natürlich, dass ich qua Geburt ein Vollblutrocker ersten Grades bin. Daher wunderte es mich umso mehr, dass mein Ulmer Cousin 57. Grades sich anno dazumal weigerte, mir, einem Vollmitglied der besonders berüchtigten westfriesischen Hells Angels, seinen heißen Ofen zur Verfügung zu stellen:

Eine Unverschämtheit sondergleichen, wie ich meine. Ja, geradezu ein Affront allen Rockerbanden dieser Welt gegenüber. Als ich dieses höchst demütigende Ereignis in meinem Chapter erzählt habe, waren alle mit mir einer Meinung. Und wenn dieser Cousin jemals in unserem Clubhaus im Kindergarten am Isenberg aufgetaucht wäre, dann hätten wir den aber alle mit Nopper und Bauklötzen beworfen, das kann ich Euch sagen!

Ist doch wahr!

PS: Ihr hättet mich mal damals in Lederchaps sehen sollen …

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Frühstück vorm Spiegel

Was habe ich für einen Schreck bekommen, als ich heute Morgen in den Spiegel geguckt habe! Ich dachte schon, ich hätte im Schlaf wieder heimlich am Eierlikör genascht. Meine Augen sahen geschwollen aus, die Nase eingefallen, die Haut bleich wie eine pockennarbige Kackleiste, überall klebten Bartstoppeln in meinem Gesicht (sogar auf den Augen!) und dann dieses brunzdumme Grinsen … bis ich feststellte, dass ich meine Brille ja noch gar nicht aufgesetzt hatte.

Nachgestelltes Bild: So sehe ich ohne Brille aus. Also fast zumindest.

DOCTOTTE NACKT! ACHTUNG! NICHT JUGENDFREI!

Gewisse hiesige Elemente scheinen der Meinung zu sein, sie benötigten zum Glücklichsein ein Nacktfoto von mir auf einem Bärenfell. Ich könnte nun natürlich einen Diskurs über die Minima Moralia beginnen und ihnen somit die Leviten lesen, aber da ich trotz meiner übergroßen Schüchternheit durchaus in Schüben einem Hang zum Exhibitionismus erliege, sei ihnen hiermit dieser Wunsch erfüllt.

Natürlich kann ich hier aus Gründen des Jugendschutzes nicht alles zeigen und muss daher bestimmte Körperteile unkenntlich machen. Ich nehme an, dass jeder dafür Verständnis haben wird. Wer es nun nicht mehr erwarten kann, darf jetzt endlich die zweite Seite anklicken.

Viel Spaß!

Zur Abwechslung mal ein längeres Zitat. Ich finde es lustig.

Der Unteroffiziersunterricht (Jürgen von Manger)

Personen: Major * Unteroffizier * Soldaten

Soldat: Achtung – fuffzehn – er kommt. Achtung!! Stube 105 – belegt mit 14 Mann – zum Unteroffiziersunterricht angetreten. Ein Mann zum Kartoffelschälen kommandiert, ein Mann wegen Darmverstimmung im Revier.

Unteroffizier: Hinsetzen! Ruhe jetzt! Setzen Sie sich grade hin! – nein, hier vorne Sie, mit die Blumenkohlohren! – Vordermann! Seitenrichtung! Herrschaften, ich bin ein gemütlicher Mensch. Aber wenn Sie glauben, dass Sie es mit mir vielleicht machen könnten, dann … äh … können Sie es nämlich nicht! Der Major schleicht durch de Gänge, ich hab keine Lust, mich jeden Tag anscheißen lassen. Immer wegen Stube 105. Ja, da brauchen Sie auch gar nicht lachen, hören Sie bloß auf mit Ihren feudalen Grinsen, sonst raucht dat aber mal hier im Karton. So, jetzt geht es los! Unteroffiziersunterricht – Thema »Körperpflege und Gesundheitsreinigung«! Wat macht der Soldat, wenn er morgens aufsteht – Sie! Nein, hier vorne, mit die Blechbrille!

Soldat: Beten, Herr Unteroffizier.

Unteroffizier: Ja, beten – passen Sie ja auf, wenn Sie hier ein Vorgesetzten verkackeiern wollen! Auf! – Hinsetzen! – Auf! – Hinsetzen! – Auf! Junge, Junge – wie so eine schwangere Wanze. Sie sind vielleicht ein Heini! Setzen Sie sich hin, dass ich Sie nich mehr sehn muss, Sie nasser Sack! Ich will jetzt nochmal alles erzählen – dass mir das jeder hinterher aufsagen kann! Also! Dat erste, wenn der Soldat morgens aufsteht, dann putzt er de Zähne. Warum? Weil in der Nacht haben sich da so … äh … Kartoffelstückchen dazwischengesetzt, und dann tun die faulen. Und dann wäscht er sich. Womit macht er dat? Da vorne – sagen Sie auch mal wat!

Soldat: Mit Seife, Herr Unteroffizier.

Unteroffizier: Nein, is Blödsinn! Mit nackten Oberkörper. Überallhin bis runter auf de Beine … oder nicht de Beine, Hauptsache sind ja de Füße. Weil da gibt es Soldaten mit ganz gefährliche Käsemauken. Und das is schon eine schöne Unkameradschaft, wenn die andere Kameraden immer den sein Käsegeruch in der Nase … äh … rumriechen müssen. Da ham die kein Intresse für. Zum Schluss geht der Soldat auch unter de kalte Brause. Aber hier, richtig druntergestellt, nich so ängstlich wie’n klein Mädchen, sondern richtig ganz kalt! Das is dann nämlich besonders gut für de Weiber … oder woll’n ma sagen, dass der Soldat nich so scharf is auf de Weiber, da ist das gut für. Eine »Kneippkur« nennt man sowat … weiß ich auch nich, wie dat im einzelnen funktioniert-

Major tritt auf.

Unteroffizier: Achtung!!! Unteroffizier Tegtmeier und Stube 105 mit 12 Mann bei’n Unteroffiziersunterricht. 1 Mann beim Kartoffelschälen. 1 Mann mit Darmverschlingung abkommandiert.

Major: Ja! Schön! Dann lassen Sie mal wieder hinsetzen.

Unteroffizier: Jawohl, Herr Major! (Mit ganz lauter Stimme:) Hinsetzen!

Major: Was machen Sie? Was haben Sie grade für ein Thema?

Unteroffizier: Äh … Thema is … äh … Körperpflege und Gesundheitsreinigung, Herr Major.

Major: Na ja, das ist ja auch immer sehr wichtig. Gut! Schön! Also dann fahren Sie fort, ich möchte mir das jetzt anhören. Erzählen Sie mal weiter!

Unteroffizier: Ja … Herr Major, is aber nix mehr … also woll’n ma sagen, is alles erzählt, wat da so zum Sagen war … dass de Leute jetzt schön Bescheid wissen. Ja … is grad vorbei, schade, dass Sie nich früher gekommen sind!

Major: Na, dann sprechen Sie mal über ein anderes Thema. Sprechen Sie mal über die Handgranate, nicht wahr, die Handgranate 33.

Unteroffizier (wenig begeistert): Jawohl, Herr Major!

Major: Also bitte!

Unteroffizier: Jawohl!! … Hinsetzen! … Grade hinsetzen! … Sitzen Sie Vordermann!

Pause.

Major: Nun fangen Sie doch an, zum Kuckuck!

Unteroffizier: Jawohl, Herr Major! Ich weiß nur nich, wie soll ich dat jetzt …? Soll ich selber erzählen, oder soll ich die Sachen mehr so aus de Leute rauslocken …? Woll’n ma sagen, richtig schön alles aus de Nase kitzeln?

Major: Ach was! Sie sollen erzählen! Seien Sie nicht so umständlich, das ist ja furchtbar mit Ihnen! Nun fangen Sie doch endlich mal an!

Unteroffizier: Ja, sicher! … Jawohl, Herr Major! Die Handgranate 33 … Scheiße!

Major: Was gefällig?

Unteroffizier: Jawohl, Herr Major! Äh … die Handgranate 33 heißt »33«, weil sie in den Jahre 33 … oder 1933 … als eine schöne Kanone in die Wehrmacht hereingeführt wurde. Sie ist die Steilfeuerwaffe des Schützen … also, mit ihr kann man auch hinter Berge schießen, Herr Major.

Major: Ja! Aber da sitzen die Leute, denen sollen Sie das erzählen! Ich habe den Unterricht nicht nötig, ich weiß das! Nun sehen Sie doch zu, dass Sie weiterkommen! Das ist ja ganz fürchterlich mit Ihnen. … Also, los jetzt!

Unteroffizier: Jawohl, Herr Major! – Fürchterlich mit mir! Die Handgranate 33 ist … wie ich bereits erwähnte … die Steilfeuerkanone des Schützen, und kann er mit hinter Berge schießen. Also, nur mal angenommen, Sie sind anne Front im Graben, bei de Infantrie sindse abgestellt, hammse Pech gehabt, und liegense in’n Graben. Und der Gegner … woll’n ma sagen, der is auch da … in sein’n Graben is der so zugange … wenn dann ein Berg dazwischen is oder ein Hügel, dann kann man de Handgranate schön oben drüber schmeißen. Und dann hat sie eine herrliche moralische Wirkung – also, dass der Gegner sich erschrecken tut … für den Knall. Ja, dann besteht die Handgranate noch aus drei Teile: Dat is erst mal der Stiel – dann der Topf mit den Schießpulver … oder nicht Schießpulver, mehr so Dinnamitt is da drin … und dann das kleine Porzellanknöpsken für zum Abreißen. Und wennse abreißen, müssense zählen: einundzwanzig – zweiundzwanzig – und müssense dat Ding auch schon in hohen Bogen dem Feind im Gesicht schleudern … oder am Kopp werfen … alles. Ich meine, Sie können die natürlich auch länger inne Hand behalten, ich hab mal einen gekannt, der hat dat versucht – deshalb sieht man den heute aber auch so wenig! Nä, dat war jetzt aber nur ein kleiner Scherz von mir. Thema beendet, Herr Major!