Der geheimnisvolle T

Gestern musste ich an etwas Nettes denken. Wie ihr wisst, beginnt mein Name mit einem T. Ich weiß nicht warum es so ist, vermute aber, dass ich deswegen das T als Buchstaben mag. Schon in der Grundschule schätzte ich das große Schreibschrift-T ungemein. Ich bewunderte meine Lehrerin, weil sie es so perfekt schreiben konnte (im Gegensatz zu mir, aber egal).

Viele, viele Jahre später lernte ich mal auf einer Ausgrabung in Luxemburg eine Belgierin kennen, mit der ich mich auf Anhieb gut verstand. Wir schrieben uns über Jahre Briefe, sahen uns immer nur im Sommer auf der Ausgrabung. Zwischenzeitlich wurde sie mal sehr krank, ich glaube, meine Briefe haben ihr in dieser Zeit besonders gut getan, weil sich einiges in ihrem Privatleben änderte. Irgendwann merkte ich ihr gegenüber in einem Brief mal an, wie sehr ich mich immer über ihre Briefe freue. Schon die Umschläge bewunderte ich sehr, weil sie meinen Namen mit einem T schrieb, das nahezu so perfekt war wie das T meiner Grundschullehrerin. Das amüsierte die Belgierin sehr. In ihrem nächsten Brief hatte sie mir dann ein ganzes DIN-A4-Blatt mit Schreibschrift-Ts vollgeschrieben. Eines Tages – die Gründe sind kompliziert, können aber nicht mehr aus der Welt geräumt werden – verloren wir uns aus den Augen und ich musste fortan auf die belgischen Ts verzichten.

Nun ja, daran musste ich eben gestern denken. Und ich fragte mich, wie wohl eure Ts aussehen. Ob unter euch auch jemand ist, der das Schreibschrift-T so schreiben kann wie meine Lehrerin? Oder verratet doch mal, was euer Lieblingsbuchstabe ist.

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117 Gedanken zu “Der geheimnisvolle T

    1. Auch ein sehr schönes T. 😀
      Schreibst Du es aber auch so, wenn Du flüssig und schnell schreibst? 😉
      Stimmt, das W ist auch sehr hübsch. Es ist so … Halt gebend. Man könnte eine Flüssingkeit in ein W gießen und sie bliebe drin. Gleichzeitig ist es stabil, weil es steht (ein U oder V würden umkippen, wenn man etwas hineingießen würde :)) ).

      1. Dann hab ich Dich falsch verstanden, Totte, ich dachte nämlich, Du willst unsere schönsten T`s sehen. Ne, wenn ich flüssig schreibe, sieht mein T eher wie`n Druckbuchstabe aus, Nur das „Dach“ vom T geht ein bisschen nach rechts oben weg. 😉

  1. Ich muss sagen, bis ich heute Morgen Deinen Eintrag gelesen hatte, wusste ich nichtmal, dass ich einen Lieblingsbuchstaben habe…aber ich hab einen! 8|
    Das M!!!
    Den ganzen Tag hab ich überlegt, wieso es ausgerechnet das M ist, aber genau kann ich es auch nicht erklären.
    Vielleicht, weil ich ein Mensch bin, dem der Hörsinn sehr wichtig ist.
    Ich mag einfach den Klang vom M.
    So weich und fließend.
    Und es fangen auch die meisten Begriffe mit M an, die mir einfallen, wenn ich Sachen aufzähle, die ich mag:
    Marillenknödel, Mondschein, Mirabellen, meine Katzen Mina und Motte, Martin, Mandelmagie von Langnese (gleich 2x M, ha!), Müsli, Milka, Möhrchen, mollig warm (warm alleine würde nicht HALB so kuschelig klingen!), Milchshake usw usf…
    Obwohl, wenn ich jetzt so drüber nachdenk, fallen mir auf Anhieb auch viele Sachen mit M ein, die ich hasse: Mücken, Muskelkater, Muff, Matschwetter, Mortadella, Mofas, Menschenmassen…
    Vergessen wir meine Theorie am besten!

    Moah… 🙄

    1. M ist mein zweitliebster Buchstabe aus genau den Gründen, die Du genannt hast. M klingt einfach schön.

      W mag ich gerne, weil es hübsch aussieht und ich es gerne schreibe. Ich mag diesen schwungvollen Bogen so gerne, den ich von links nach rechts ziehe. 😀

        1. Kannste nicht mal ne kleine Schriftprobe einstellen? Ich kenne Deine Schrift zwar von den vielen Karten, die Du mir geschickt hast, aber da hältst Du Dich schnörkeltechnisch sicher zurück, nicht wahr? 😉

          1. Ich hab auch schnörkelige Buchstaben wie das große L oder das G oder das J, aber die standen hier ja nicht zur Debatte. Was sagst Du zu dem Satz? :))

    2. Ja, das M schätze ich auch. (Hat vermutlich auch was mit dem Namen zu tun – Buchstaben im Namen haben eben den Vorteil, dass man sie oft genug schreibt, um ihnen einen schönen Ausdruck zu geben.) Beim M schätze ich lustigerweise dieselben Sachen wie beim T: Es ist eine Stütze, wie eine Säule. Dabei symmetrisch, also wundervoll ausgeglichen. Okay, es guckt ein bisschen böse, aber das mach ich auch die meiste Zeit. :DD

  2. Hmmm, einen Lieblingsbuchstaben, ja den habe ich.
    Bei mir ist es das D.
    Nicht etwas weil der Namen meines Mannes mit D. anfaengt aber es sieht so aus als wenn es vor vergnuegen quietschen moechte wenn man es druecken wuerde.
    D.schreibe ich Schnoerkelig, andere Buchstaben nicht.
    D. mag ich.

    1. Das D. Interessant. Es gibt eine Form vom D, die ich beim Schreiben sehr schätze, das ist der isländische Buchstabe ð. Da kann man sich beim Schnörkeln auch richtig austoben. 😀

  3. Ich bin geborener Linkshänder, musste aber in der Schule immer rechts schreiben. Damals (70er) war das eben so. Dementsprechend scheiße ist meine Handschrift. Ich erspare Dir also mein „T“ 😉

      1. Mit dem Computer 😉

        Wenn ich AUSNAHMSEISE mit der Handschreibe, dann mit rechts. Mit links kann ich leider gar nicht, weil ich das ja nie gelernt habe. Aber ich werfe mit links und früher, als ich noch Luftgewehr geschossen hatte, hatte ich das Gewehr auch links gehalten.

        1. Interessant. Es gibt doch der Legende nach viele Linkshänder, die zwar mit rechts lernen mussten, aber für sich mit Links schreiben. Ich muss allerdings zugeben, dass ich keinen Linkshänder persönlich kenne, der mir das bisher bestätigen konnte. Insofern ist das also vielleicht tatsächlich ein moderner Mythos.

  4. Tja, bei mir ist es … wie sollte es anders sein, das S. Aber ich muss gestehen, dass ich auch das J sehr gern mag.

    Was für ein herzerwärmender Blogeintrag, Totte. Lass dich mal drücken! 😀

    1. Das S. Dem wohnt natürlich vor allem klanglich eine Vielschichtigkeit inne. Mal stimmhaft sssssss, mal stimmlos ss – der Buchstabe als Zeichen erinnert mich immer an eine Schlange. (Die passenderweise in vielen Sprachen mit einem S beginnt. 😉 )

      Merci! 😀

          1. Das ist ja gerade die Frage. Es gibt jedenfalls einige Studien, die dafür sprechen. So gehen ja selbst junge Primaten auf Distanz zu solchen Tieren, wenn sie sie zum ersten Mal sehen. Ich bin allerdings zu wenig im Detail mit dem aktuellen Stand vertraut, um nicht ausschließen zu können, dass die Versuchsanordnung nicht ganz sauber war.

          2. Tröste Dich, der baut seit Monaten ab. Die höchstdosierten Schokoladen gibt’s schon länger nicht mehr. Es gibt keine Gratispraline zum Getränk und das leckere Schokoplättchen, das sie früher auf die heiße Schokolade gelegt haben, gibt’s auch nicht mehr. Ich pendele da ständig zwischen den Sorge, der Laden könne dichtmachen, und der Enttäuschung, dass ich da einfach nicht mehr das bekomme, was ich besonders gerne mochte.

          3. Das ist ja traurig, weil ich mit dem Schoko Room so eine schöne Erinnerung bei und mit dir verbinde. Gerade jetzt, wo ich dir das schreibe, rieche und schmecke ich diese total süße weiße Schokolade, die ich damals in deiner Gesellschaft dort getrunken habe. Mensch, was hatten wir für ein mieses nasskaltes Regenwetter, weißt du noch?! Und trotzdem waren es zwei total schöne Tage für mich bei dir in E-Town. :yes:
            Dass du da so zwischen den Empfindungen pendelst, kann ich gut nachvollziehen. Ach, Mensch… Nichts ist eben für ewig. Bewhre dir die schöen Erinnerung daran. Ich tu das auch.

          4. Jap, das ist das Mindeste. Und vielleicht schau ich mir mal das Muttercafé in Mülheim an, eventuell gibt es da ja noch Dinge, die sie hier schon abgeschafft haben. 😉

          5. Werde ich machen, wenn ich die Gelegenheit dazu hab. Die kommenden Tage werde ich aber eher zu Hause im Flu-Room verbringen. – Wo sind die Taschentücher?

    1. :)) Danke!
      Das T sieht übrigens nicht wie das der Lehrerin aus. Dein T wirkt auf mich starr, aber dadurch fast schon wieder zerbrechlich, obwohl es natürlich einen tollen Schwung vom Mittelbalken zum Dach hat. 😀

      1. Lach, ich sage ja immer meine Handschrift ist ein Fall für den Apotheker, und wehe dem ich schreibe nur mal schnell eine Notiz für mich, die kann außer mir dann keiner mehr lesen 😉

    1. Oh, stimmt, nichtlateinische Alphabete hatte ich nicht mal mitbetrachtet. Das Ж ist in der Tat sehr hübsch. Aber um dann noch weiterzugehen, was hältst Du denn von chinesischen Zeichen? Ich schätze da vor allem das superschlichte und zugleich einleuchtende 中. Es steht einfach für das Reich der Mitte, also China. Das Rechteck ist das Reich, der Strich mittendurch bezeichnet die Mitte. (Wie mir jetzt erst bewusst wird, ähnelt das Zeichen dem T. :)) )

    1. Sehr hübsch, danke! 😀
      Dein T ähnelt dem T von Ormuz. (Und Dein kleines h ähnelt meinem h.) Was mich verblüfft: Obwohl F und T praktisch gleich sind, schreibst Du das F ganz anders als das T.
      Ich hab meine Handschrift ja seit der Jugend recht gezielt entwickelt, hab immer wieder mit Buchstaben experimentiert, sie geübt, wieder verworfen, anders entwickelt und so weiter. Selbst heute feile ich noch manchmal an Details einzelner Buchstaben herum, obwohl das Schriftbild inzwischen recht stabil ist.
      Und ich achte sehr auf die Handschriften anderer. Immer wieder hab ich den Eindruck gewonnen, dass man von der Schrift auf den Grips schließen kann. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass Leute, die mit 50 noch schreiben wie in der Grundschule, sich oft auch sonst kaum weiterentwickelt haben. Aber wie immer im Leben ist das nur eine Tendenz, kein Gesetz. 😉

    1. Hm, Schnörkelbuchstaben mag ich gern schreiben, aber optisch gefallen mir andere meist besser. Das liegt wohl daran, dass es eine große Kunst ist, Schnörkelbuchstaben wirklich perfekt zu schreiben. Ähnlich wie die Schriftkunst in China.

      1. mir ist sie zu unordentlich, ich schreibe manche Buchstaben immer mal wieder anders. Das kleine „s“ schreibe ich z.B. meistens so wie da, manchmal aber auch wie das gedruckte kleine „s“. Teilweise beide Schreibweisen in einem Wort. Oder das kleine „g“, mal so mal so. Das nervt mich und widerspricht meinem Ordnungssinn, aber ich schreib halt nunmal so. :DD

        1. Das machen aber viele, also die Buchstaben mal so, mal so zu schreiben. Bei mir gibt es besonders große Unterschiede, je nachdem ob ein Buchstabe am Wortanfang oder mittendrin steht oder ob er auch in Kombinationen vorkommt (mein h in ch sieht z.B. anders aus als ein h in hurtig).

      1. danke schnuggi! witzig, dass ich ans L gar nicht groß gedacht habe, dabei mag ich das tatsächlich ganz gerne, vor allem mein großes geschriebenes L. Das Schreiben des Ls macht mir regelrecht spaß!

        1. Wenn ich so nachdenke, am meisten Spaß machen mir immer die Anfangsbuchstaben, aber nur die großen. Da kann man den ganzen Schwung reinpacken und schnörkeln wie man lustig ist. 😉

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